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PET als nachhaltiger Baustoff

Fehlende Unterkünfte und Umweltverschmutzung werden weltweit zunehmend zum Problem. Vor allem für die ärmeren Bevölkerungsschichten fehlen nicht nur Wohnmöglichkeiten, sondern auch Einrichtungen, um den Abfall fachgerecht zu entsorgen. Nun hat man entdeckt: Der herumliegende Müll von PET-Flaschen (Polyethylenterephthalat) kann auch als Baustoff verwendet werden.
Gefüllt mit Sand und eingefasst in Zement und Erde eignen sie sich hervorragend für den Bau von Bungalows, Brücken, Brunnen und Säulen.
Die fertige Konstruktion ist feuerfest, kugelsicher und erdbebenresistent. Im Inneren des “Plastikhauses” soll die gute Isolierung eine Raumtemperatur von 18 Grad Celsius gewährleisten.

Die Non-Profit-Organisation Development for Renewable Energies (DARE) setzt sich seit längerem für den Einsatz von PET-Flaschen als Baustoff ein. Mehrere Projekte konnten bereits in Nigeria erfolgreich umgesetzt werden.

Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt:

Die Höhlenmühlen von Col-de-Roches

Vom Wasser am äussersten Ende des Le-Locle-Tal in der Schweiz eingegraben, zeugt die Höhle der Col-de-Roches von der menschlichen Tatkraft des 17. Jahrhunderts. Erfinderische Menschen nutzten das Felsenbett und zähmten den natürlichen Wasserfall in diesem Karstgebiet, um hydraulische Energie zu gewinnen.
Im Laufe der Zeit bauten sie in der Höhle ein ganzes System von Wasserrädern, Mühlen, Dreschmaschinen und Sägen.

Diese Anlage ist europaweit die einzige dieser Art. Hier geht’s zur offiziellen Website.

Haus? Wo?

Das Erdhaus “Malator” liegt in Pembrokeshire, an der Küste von Wales. Die Firma Future Systems hatte es 1994 fertiggestellt.
Damals belächelt und von den hiesigen Bevölkerung “Teletubby House” genannt, gilt es heute aus Vorzeigebeispiel für nachhaltiges Bauen. Von Weitem ist es nur durch zwei Glasfronten zu erkennen und fügt sich sonst komplett in die Landschaft ein.
Im Inneren erwartet einen eine gemütliche 1-Zimmerwohnung.

Der unterirdische Garten Eden

Der Sizilianer Baldassare Forestiere begann 1906 mit dem Bau eines unterirdischen Gartens. Er kaufte hierfür ein fruchtbares Stück Land im San Joaquin Valley, Kalifornien. Die nächsten 40 Jahre bohrte er sich auf einer Fläche von knapp 1000 m2 Schlafräume, eine Küche, eine Kapelle, ein Aquarium und eine riesige Gartenanlage.

Der ganze Untergrund wird von römischen Säulen und Bögen gestützt, viele tiefe Löcher lassen genügend Licht in die Räume einfallen. Die gesamte Konstruktion macht es möglich, dass trotz der saisonal bedingten Hitze und Dürre im Äusseren permanent eine angenehme Temperatur im Inneren herrscht. Die Bäume sind vor Trockenheit und Insektenbefall geschützt und das gesammelte Regenwasser kann für das Giessen der Pflanzen genutzt werden.

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Forestiere genoss übrigens keine Ausbildung zum Gärtner oder Architekten. Er nutzte einzig sein Wissen aus der Zeit, als er als Arbeiter für den Bau der Bostoner U-Bahn tätig war.

Golfclub der Superlative

Kyeong Sik Yoon, CEO von KACI International Inc. hat in Kollaboration mit Shigeru Ban mit dem Bau des Haesley Nine Bridges Golf Club House in Yeoju/Südkorea eine wunderbare Symbiose zwischen den Baustoffen Holz, Bambus und Glas und zwischen Licht und Luft geschaffen.


Die filigranen Holzelemente wurden eigens in der Schweiz vorproduziert.

Neben Shigeru Ban geht die KACI International inc. Kollaborationen mit Cesar Pelli (USA), Ricardo Legorreta (Mexico, †2011), David Chipperfield (UK), Michel Wilmotte (France) ein.

Die Stadt im Berg

Statt die Natur in die Stadt zu pflanzen, hat Charly Duchosal die Stadt in den Berg versteckt, die “Mountain City”. Das Projekt wurde beim eVolo Skyscraper Competition 2012 ehrenhaft erwähnt.

Er appelliert damit an den Menschen, die Natur wieder mehr zu erfahren und die Bauten in die bestehenden Landschaftsformen zu integrieren. Entstehen soll das Projekt in Island. Dank der Nutzung von Geothermie und Kühltürmen ist es vollkommen autark und CO2-neutral.

Vor Jahren hatte das Volcania-Team für das ORASCOM-Projekt in Andermatt einen ähnlichen Projektvorschlag unterbreitet, leider erfolglos.

Hightech-Kokon

Dieses von Planning Korea entworfene Kokon-Haus soll mitten im UNESCO Weltkulturerbe im Dorf Gotjawal bei Jeju, Südkorea gebaut werden.
Vollbepackt mit der neusten Technologie ist dieses Haus selbstgesteuert. Licht, Temperatur und Luftfeuchtigkeit werden alleine mit kontrollierter Lüftung und dem Öffnen und Schliessen der Fenster geregelt.
Das Gebäude umfasst einen Konferenzraum, ein Atelier, eine Bibliothek, eine Galerie und sonstige private Räume. Teile der Dächer sind begrünt, und dadurch bereits genügend gedämmt. Das Regenwasser wird gesammelt und in den Wasserkreislauf gespiesen.

Kampf gegen die Fluten

Wie sollen Grossstädte, die direkt am Meer liegen, sich in Zukunft vor Flutkatastrophen oder Überschwemmungen aufgrund der globalen Erwärmung schützen? Dieser Frage gingen die beiden Studenten Tingwei Xu and Xie Zhang von der University of Pennsylvania nach. Ihr Vorschlag ist ein Membranengebilde, das sich um die bestehenden Wolkenkratzer von Manhattan rankt.
Es besteht aus einem schwammartigen Material und kann Millionen Liter Wasser aufsaugen, um dieses wieder zu absorbieren.
Ein Pflanzengürtel trägt ebenfalls dazu bei, dass genügend Wasser  aufgenommen werden kann.

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