PET als nachhaltiger Baustoff
Fehlende Unterkünfte und Umweltverschmutzung werden weltweit zunehmend zum Problem. Vor allem für die ärmeren Bevölkerungsschichten fehlen nicht nur Wohnmöglichkeiten, sondern auch Einrichtungen, um den Abfall fachgerecht zu entsorgen. Nun hat man entdeckt: Der herumliegende Müll von PET-Flaschen (Polyethylenterephthalat) kann auch als Baustoff verwendet werden.
Gefüllt mit Sand und eingefasst in Zement und Erde eignen sie sich hervorragend für den Bau von Bungalows, Brücken, Brunnen und Säulen.
Die fertige Konstruktion ist feuerfest, kugelsicher und erdbebenresistent. Im Inneren des “Plastikhauses” soll die gute Isolierung eine Raumtemperatur von 18 Grad Celsius gewährleisten.
Die Non-Profit-Organisation Development for Renewable Energies (DARE) setzt sich seit längerem für den Einsatz von PET-Flaschen als Baustoff ein. Mehrere Projekte konnten bereits in Nigeria erfolgreich umgesetzt werden.
Der unterirdische Garten Eden
Der Sizilianer Baldassare Forestiere begann 1906 mit dem Bau eines unterirdischen Gartens. Er kaufte hierfür ein fruchtbares Stück Land im San Joaquin Valley, Kalifornien. Die nächsten 40 Jahre bohrte er sich auf einer Fläche von knapp 1000 m2 Schlafräume, eine Küche, eine Kapelle, ein Aquarium und eine riesige Gartenanlage.
Der ganze Untergrund wird von römischen Säulen und Bögen gestützt, viele tiefe Löcher lassen genügend Licht in die Räume einfallen. Die gesamte Konstruktion macht es möglich, dass trotz der saisonal bedingten Hitze und Dürre im Äusseren permanent eine angenehme Temperatur im Inneren herrscht. Die Bäume sind vor Trockenheit und Insektenbefall geschützt und das gesammelte Regenwasser kann für das Giessen der Pflanzen genutzt werden.
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Forestiere genoss übrigens keine Ausbildung zum Gärtner oder Architekten. Er nutzte einzig sein Wissen aus der Zeit, als er als Arbeiter für den Bau der Bostoner U-Bahn tätig war.
Oase Siwa
Siwa liegt als westlichste Oasengruppe Ägyptens in der libyschen Wüste und erstreckt sich über eine Länge von 80 km und eine Breite von 2-20 km. Als Depressionen liegt Siwa 18 m unter dem Meeresspiegel.
Die Geschichte der Oase Siwa lässt sich bis ins 15. Jh. v. Chr. zurückverfolgen. Ihr Haupttempel, dem Gott Amun geweiht, und ihr Orakel waren weit über die Grenzen des Pharaoenreichs bekannt. Der wohl bekannteste Besucher des Orakels war Alexander der Große. Er liess sich hier 331 v.Chr. als Sohn des Zeus bestätigen.

Die traditionellen Lehmhäuser sind organisch mit den Ruinen und den wunderschönen Felsenhöhlen (Gräber) verbunden.

Sehenswürdigkeiten in Siwa:
- Shali – Ruinen von ‘Alt-Siwa’ – Shali ist der größte Ort der Oase, in dem sich die verlassenen Ruinen des “Alt-Siwas” befinden. Er wurde im 12. Jh. von den Einwohner Siwas zum Schutz vor Nachbarstämmen gegründet.
- Tempel des Amun und Amun-Orakel – genau hier befragte Alexander der Große höchstpersönlich das Orakel. Der auf einem Felsvorsprung gelegene Tempel ist allerdings ein Opfer des Zahns der Zeit geworden.
- Der Berg ‘Al-Dakrur’ - Von den Einwohnern Siwas als heiliger Berg angesehen, da seinem weißen Sand Heilkräfte zugeschrieben werden, u.a. gegen Rheuma.
- ‘Al Mauta’ oder Der Berg der Toten - Ein gewaltiges Kalksteingebilde, in dem sich Gräber aus pharaonischer und römischer Zeit befinden.
- Die Sonnenquelle – Hier soll Königin Kleopatra angeblich gebadet haben, weswegen sie auch ‘Kleopatra-Bad’ genannt wird. Sie liegt 4 km südlich von Siwa-Stadt.
Günstig Bauen mit dem Earthbag
Der deutsche Architekt Prof. Dr.-Ing. Gernot Minke entwickelte unter anderem ein Baukonzept, bei dem mit Bims gefüllte Sandsäcke zum Bau tragender Wände verwendet wurden. Er ist Leiter des Forschungslabors für Experimentelles Bauen an der Universität Kassel. Eine vorrangig in der dritten Welt genutzte Art der Architektur, der Earthbag-Architektur wurde vom iranischen Architekt Nader Khalili entwickelt, wonach mit Erde und anderen Materialien gefüllte Sandsäcke zum Bau von Häusern genutzt werden. Er ist Gründer des Cal-Earth Instituts in Kalifornien, welches sich mit der Verbreitung und Weiterentwicklung dieser Technologie beschäftigt.
Lisa und Paul Majors aus Garfield, Arkansas, hatten sich zum Ziel gesetzt, ein Haus für weniger als 10’000$ zu bauen und dies erst noch in ökologischer Bauweise. Zuerst dachten sie an ein Earthship, doch nachdem sie das Pneufundament gelegt hatten entschlossen sie sich für die noch einfachere und günstigere Methode des Earthbags, mit Sand und Steinen aus der Region gefüllte Säcke.

Der Sandwurm
Der Sandwurm ist eine organische Struktur, ein Ort, eine Kreatur, die auf den Dünen der belgischen Westküste zu finden ist.
45 Meter lang und 10 Meter breit windet sich dieses Umweltkunstwerk vom aussergewöhnlichen finnischen Konzeptkünstler und Architekten Marco Casagrande durch den Sand. Es ist zu 100% aus Weide geflochten und wird mit den Jahren von selbst wieder verschwinden.

Das “Eliphante”: Kunstraum in wilder Natur
Ein interessantes Beispiel der Kombination von organischer Architektur und Kunst bildet das von Michael Kahn und Leda Livant erbaute Erdhaus “Eliphante” in Cornville, Arizona.
Themen, die die beiden beschäftigten setzten sie in idiosynkratischer Weise künstlerisch um: Überall finden sich Skulpturen, eigentümliche Formen, Fenster und Durchgänge. Das Eliphante wurde über die Jahre mehr und mehr zu einem Kunstpalast, einer Meditationsstube, einem Badehaus. Über viele Jahre hauste das Paar in diesem nie fertigen Gebäude, ohne Strom, ohne fliessendes Wasser, ohne Toilette (die Notdurft wurde im Garten verrichtet) und ohne wirklichen Zugang, denn um das Haus zu erreichen muss ein Fluss durchquert werden. Die Materialien klaubten sich die beiden aus der Umgebung zusammen.


Michael Khan gab sich zeitlebens der Malerei hin, bis er nach einer schweren Demenzkrankheit verstarb. Die Zukunft des Eliphante ist leider ungewiss.
Derinkuyu
In Derinkuyu in Kappadokien, Türkei liegt die wohl grösste bekannte unterirdische Stadt der Welt. Sie ist auf 11 Stockwerken gebaut und man schätzt, dass dort 30-50’000 Menschen leben konnten.
Jeder Stock kann von innen mit einem grossen Steintor (Mühlstein) verschlossen werden, um die Bewohner vor Eindringlingen oder Dieben zu schützen. Das ganze System ist mit einer Frischluftzufuhr und mit Wasserrohrleitungen erschlossen.
Unglaublich: Erbaut wurde die Stadt im 6. oder 7. Jh.v.Chr oder evtl. noch viel später.
Müllschloss für 500$
Dieses “Junk Castle” in Whitman County/Washington, entworfen und erbaut vom Kunstlehrer Victor Moore und seiner Gattin Bobbie, besteht ausschliesslich aus Materialien der angrenzenden Müllhalde. Die Baukosten betrugen insgesamt ganze 500$! Die Tür – ganz wie es sich gehört – ist eine ausrangierte Fahrertür eines 1952 Oldsmobile. 


