Tag-Archiv | autark

Die Stadt im Berg

Statt die Natur in die Stadt zu pflanzen, hat Charly Duchosal die Stadt in den Berg versteckt, die “Mountain City”. Das Projekt wurde beim eVolo Skyscraper Competition 2012 ehrenhaft erwähnt.

Er appelliert damit an den Menschen, die Natur wieder mehr zu erfahren und die Bauten in die bestehenden Landschaftsformen zu integrieren. Entstehen soll das Projekt in Island. Dank der Nutzung von Geothermie und Kühltürmen ist es vollkommen autark und CO2-neutral.

Vor Jahren hatte das Volcania-Team für das ORASCOM-Projekt in Andermatt einen ähnlichen Projektvorschlag unterbreitet, leider erfolglos.

Das “Eliphante”: Kunstraum in wilder Natur

Ein interessantes Beispiel der Kombination von organischer Architektur und Kunst bildet das von Michael Kahn und Leda Livant erbaute Erdhaus “Eliphante” in Cornville, Arizona.
Themen, die die beiden beschäftigten setzten sie in idiosynkratischer Weise künstlerisch um: Überall finden sich Skulpturen, eigentümliche Formen, Fenster und Durchgänge. Das Eliphante wurde über die Jahre mehr und mehr zu einem Kunstpalast, einer Meditationsstube, einem Badehaus. Über viele Jahre hauste das Paar in diesem nie fertigen Gebäude, ohne Strom, ohne fliessendes Wasser, ohne Toilette (die Notdurft wurde im Garten verrichtet) und ohne wirklichen Zugang, denn um das Haus zu erreichen muss ein Fluss durchquert werden. Die Materialien klaubten sich die beiden aus der Umgebung zusammen.

Michael Khan gab sich zeitlebens der Malerei hin, bis er nach einer schweren Demenzkrankheit verstarb. Die Zukunft des Eliphante ist leider ungewiss.

Leben im Öltank

Das Oil Silo Home, entworfen von PinkCloud.DK, recykliert bestehende leere Öltanks, um sie in erschwingliche  Familienwohnbauten umzunutzen.
Mit dieser 100% autarken Nutzung wird die Post-Öl-Ära auch symbolisch eingeläutet, so ist dieses Gebäude CO2-neutral und produziert die benötigte Energie selbst. Zudem wird das Wasser ebenfalls in einem integrierten System aufbereitet.

Circa on Jellicoe Galerie

Der freistehende Annex der Circa on Jellicoe Galerie in Rosebank, Südafrika umfasst einen Ausstellungsraum, eine Business Lounge und ein Patio. Er wurde 2009 von studioMAS erbaut.
Hier werden grosse Skulpturen oder Videokunst ausgestellt. Auktionen finden ebenfalls statt. Das Gebäude nimmt die aktuelle Debatte der globalen Ressourcen auf: Mit Ausnahme des Trinkwassers ist es autonom, dank Regenwasserspeicherung und Solarenergie.

Kokon am Stiel

Gerne präsentieren wir mehrere Eingaben des ersten Architekturwettbewerbs vom Institute for Advanced Architecture of Catalonia IAAC.
Den Anfang macht das Projekt T2OWER von Damien Mikolajczyk.

Als hätte sich eine Seidenraupe an einem Stamm zu schaffen gemacht steigt dieser Turm in den Himmel empor. Mehrere Kokons docken an der massiven Mittelsäule an und werden von einer textilen Ummantelung geschützt. Diese reguliert den gesamten Wärmehaushalt. Wasseraufbereitung, geothermische Energie und integrierte Biogasanlage sind Bestandteil dieses völlig autarken Turms.

Adaptive Architektur aus Japan

Hiroshi Sambuichi hat sich in der hiesigen Architektenszene mit einigen Projekten einen Namen gemacht, indem er Gebäude radikal der Umgebung, der Wind- und Lichtverhältnisse und der lokal zur Verfügung stehenden Bausubstanzen anpasst. In erster Linie kombiniert er damit gutes Design mit Ökologie. Nicht selten baut Hiroshi Sambuichi unterirdisch und lässt die Dächer begrünen.
Drei seiner Bauten seien hier kurz vorgestellt:
Base Valley ist eine 100m2 grosse Wohnung, die sich perfekt in die zerklüftete Landschaft einfügt und über eine ausgeklügelte, natürliche Raumklimatisierung verfügt.

Der Rokko Shidare – Aussichtsturm wurde ausschliesslich aus Hinoki-Holz aus der Region gebaut und ist dank Sonnen- und Windenergie komplett autark. Das Geflecht, das sich um den Turm rankt, dient im Sommer als Kühlung und im Winter – völlig vereist – als Attraktion.

Über 80 Jahre war die alte Kupfermine in Inujima verlassen und galt als Unort. Hiroshi Sambuichi und der Konzeptkünstler Yukinori Yanagi wurden beauftragt, diesen Ort als erlebbare Dokumentation der Blütezeit der japanischen Wirtschaft aufzuwerten.

Mit kleinstem Aufwand ist daraus ein höchst interessantes Bauwerk entstanden, das wie die meisten Gebäude von Hiroshi Sambuichi, sich genügend mit Strom durch Sonnenenergie selbst versorgt.

Earthship Biotecture

Nordwestlich von Tao, New Mexico liegt Earthship Way und die Grater World Community. Diese umfasst 60 unter ökologischen Gesichtspunkten erbauten Häuser, bestehend aus hauptsächlich Upcycle-Material, wie Pneus, Bierdosen, Flaschen, usw.

Entworfen wurden sie von Mike Reynolds von Earthship Biotecture.

Die Lehm ummantelten Wände bestehen aus mit Erde gefüllten Pneus, die – gestampft – je ein Gewicht von 175 kg haben.

Die Glasfassade ist gegen Süden ausgerichtet und nutzt die Thermik. Dank den dicken Wänden bleibt die Innentemperatur das ganze Jahr über mehr oder weniger konstant, so dass weder Heizung, noch Klimaanlage benötigt werden.

Mit Solarpanels wird der Strom produziert. Die jährlichen Nebenkosten pro Haus betragen ganze 100 $, denn nur das Gas muss zugekauft werden.

Wasser ist in dieser Gegend speziell kostbar, deshalb wird jeder Schnee- oder Regentropfen in einer grossen Zisterne gesammelt. Von dort wird es durch verschiedene Filter gepumpt, so dass es als Trink- und Kochwasser genutzt werden kann. Abwasser wird in die Pflanzbeete geleitet, diese filtern es auf natürliche Art, so dass es wiederum als Klo-Wasser benutzt werden kann.

Botanische Städte der Zukunft

Shimizu’s “Green Float project” strebt danach botanische Städte zu bauen, die wie grosse Seeroseblätter im äquatorialen Pazifik schwimmen, wo die Sonneneinstrahlung optimal und die Gefahr von Taifunen minimal ist.

Zentrum dieser “Seerosenblätter” sind Türme, die eine Höhe von 1000 m aufweisen und einen Durchmesser von ebenfalls 1000 m umfassen. Die Industriezone schafft 10’000 Arbeitsplätze, insgesamt fasst die Insel 40’000 Bewohner.

Jede Insel hat einen Durchmesser von 3 km und enthält Wälder, Anbauflächen und diverser Reservoirs. Der Bedarf an Ressourcen wird von Sonnen-, Wind-, Thermal- und Gezeitenkraftwerke abgedeckt. Dadurch sind die Inseln jeweils vollkommen autark.

Grundmaterial für die honigwabenförmige Grundstruktur der Türme ist eine Magnesiumlegierung. Meereswasser besteht zu 0.13% aus Magnesium. 770 Tonnen Meerwasser decken bereits den Bedarf für das benötigte Baumaterial.

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