Tag-Archiv | Blasenhaus

Beim Flaschengeist daheim

Das “Maison Verley” oder auch “Maison-Plante”, “Maison-Bouteille” oder “Maison-Fleur” wurde 1971-1972 vom Architekten Henri Mouette in enger Kooperation mit dem ungarischen Skulpteur Pierre Szekely erbaut.
Mouette hielt sich dabei an keine Konventionen, so wirkt die gesamte Anlage, die zum Teil mit Tunneln verbunden ist, als ein überdimensionales Wohn-Kunstwerk.
Seit dem Jahr 2002 ist es nicht umsonst als historisches Monument klassifiziert. Zu finden ist es in Sebourg, Frankreich.

Prunkbau für den Comic

Das holländische Designstudio MVRDV hat den Architekturwettbewerb für das Comic and Animation Museum in Hangzhou, China, gewonnen.


Dieses besteht aus 8 riesigen ballonförmigen Eiern. Jedes Ei hat eine andere Funktion, sei es Ausstellungsraum, Bibliothek, Auditorium, oder andere.

Günstig Bauen mit dem Earthbag

Der deutsche Architekt Prof. Dr.-Ing. Gernot Minke entwickelte unter anderem ein Baukonzept, bei dem mit Bims gefüllte Sandsäcke zum Bau tragender Wände verwendet wurden. Er ist Leiter des Forschungslabors für Experimentelles Bauen an der Universität Kassel. Eine vorrangig in der dritten Welt genutzte Art der Architektur, der Earthbag-Architektur wurde vom iranischen Architekt Nader Khalili entwickelt, wonach mit Erde und anderen Materialien gefüllte Sandsäcke zum Bau von Häusern genutzt werden. Er ist Gründer des Cal-Earth Instituts in Kalifornien, welches sich mit der Verbreitung und Weiterentwicklung dieser Technologie beschäftigt.

Lisa und Paul Majors aus Garfield, Arkansas, hatten sich zum Ziel gesetzt, ein Haus für weniger als 10’000$ zu bauen und dies erst noch in ökologischer Bauweise. Zuerst dachten sie an ein Earthship, doch nachdem sie das Pneufundament gelegt hatten entschlossen sie sich für die noch einfachere und günstigere Methode des Earthbags, mit Sand und Steinen aus der Region gefüllte Säcke.

Die Halbkugeln der Baby-Boomer

Nach dem 2. Weltkrieg wurde in den USA viel unternommen, um die zurückkehrenden GI’s und die Baby-Boom-Familien unterzubringen. Günstiger und schnell gebauter Wohnraum wurde benötigt.

Der kalifornische Architekt Wallace Neff befestigte einen Goodyear-Gummiballon an einem Betonsockel, liess ihn aufblasen und mit Spritzbeton zukleistern. Isolationsmaterial und eine zweite Betonschicht wurden danach aufgebracht. Das Resultat war das  “Airform” house. Die Washington Post schrieb darüber:

“Neff was an unlikely inventor of the modest bubble house. Grandson of the founder of Rand McNally, he grew up in luxury. As an architect he’s best known for the Italian-style California mansions he designed for Hollywood’s glitterati. Mary Pickford, Charlie Chaplin and Cary Grant all owned Neff-designed houses. (Madonna and Brad Pitt are among more recent celebrities to own his work.)”

Heute existiert leider nur noch eines seiner Airform-Häuser. Es steht in Pasadena, Kalifornien und wird vom Künstler Steve Roden und seiner Frau bewohnt.

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Blick aus der Düne

Mit diesem Dune House ist William Morgan neben anderen inspirierenden Bauten ein spannendes Frühwerk gelungen. Als würde man aus einem Kopf schauen, wurden linker und rechter Raum praktisch gespiegelt angeordnet, ganz dem menschlichen Gehirn nachempfunden. Das Video dazu findet sich hier.

William Morgan war ein Schüler von Walter Gropius und Josep Lluís Sert i López und ist heute ein angesehener Referent, Mitglied des American Institute of Architects und früherer Präsident des AIA Committee on Design.

Aufgeblasene Kuppeln

Der italienische Architekt Dante Bini hat neben den sogenannten Binishells auch Minishells, Binix, Binistar und Binishelters entwickelt. Er erfand 1964 die erste Schalenstruktur, die sich mit sehr wenig Aufwand pneumatisch aufbauen liess. Vor allem in Australien kam seine Bauweise für diverse Schulen und Shopping Centers zum Einsatz.

“This patented technology in based on the radical notion of replacing formwork and heavy machinery with air. The system, developed by Dr. Dante Bini in the 60’s uses low air pressure to lift and shape wet concrete and reinforcing steel. More than 1,600 buildings have been built using this system in 23 countries. The system has been recently improved, rendered more environmental and architecturally flexible. Today Binishells use 80% less materials, have 95% of the embodied CO2 and have a carbon footprint 80% smaller than traditional construction.”

Bloomhouse

Dieses Gebäude ist eine Kreation des Architekten und Skulpteurs Charles Harker, dem Gründer des Tao Design Group. Diese Gruppe, bestehend aus Architekten und Künstlern, begann in der Umgebung von Austin, Texas verschiedene Experimentalgebäude zu bauen, allesamt ohne Baupläne. Das Bloomhouse wurde 1980 fertiggestellt und besteht weitgehend aus Polyurethane und Zement. Diese Baustoffe erlaubten eine freie Formgebung. 1984 wurde der Gruppe der Award of Merit by the Austin chapter of the American Institute of Architects verliehen.

 

Eingebettet lebt sich’s gut

Über Erdhäuser haben wir bereits mehrfach berichtet. Hier ein weiteres Beispiel, diesmal vom Architekten William Lishman. Er sieht die Vorzüge dieser Art des Bauens vor allem in Regionen mit hohen Temperaturschwankungen und starken Winden, denn einerseit bietet das Erdhaus einen speziellen Schutz und andererseits übernimmt die Erdschicht eine wichtige Dämmfunktion.

Er selbst lebt nun seit Jahrzehnten in einem Erdhaus. Insgesamt schätzt er die Investitionskosten höher ein (Massanfertigungen bei Fenster, Türen, Möbel), dafür spart man über Jahre bei Strom und Instandsetzung.

Auch sein Bau ist nach der Ferrozement-Bauweise errichtet worden.

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