PET als nachhaltiger Baustoff
Fehlende Unterkünfte und Umweltverschmutzung werden weltweit zunehmend zum Problem. Vor allem für die ärmeren Bevölkerungsschichten fehlen nicht nur Wohnmöglichkeiten, sondern auch Einrichtungen, um den Abfall fachgerecht zu entsorgen. Nun hat man entdeckt: Der herumliegende Müll von PET-Flaschen (Polyethylenterephthalat) kann auch als Baustoff verwendet werden.
Gefüllt mit Sand und eingefasst in Zement und Erde eignen sie sich hervorragend für den Bau von Bungalows, Brücken, Brunnen und Säulen.
Die fertige Konstruktion ist feuerfest, kugelsicher und erdbebenresistent. Im Inneren des “Plastikhauses” soll die gute Isolierung eine Raumtemperatur von 18 Grad Celsius gewährleisten.
Die Non-Profit-Organisation Development for Renewable Energies (DARE) setzt sich seit längerem für den Einsatz von PET-Flaschen als Baustoff ein. Mehrere Projekte konnten bereits in Nigeria erfolgreich umgesetzt werden.
Design für das menschliche Tier
Seit 1956 entwickelte Donald Jasinski ein Design-System das zum Ziel hat, die menschlichen Bewegungen in den Lebensraum zu integrieren. Er nannte es “Choreotectonics”. Die vielen in den USA, Europa und Mexiko entstandenen Bauten von Jasinski ensprechen hohen ökologischen und ökonomischen Standards, sind harmonisch in der Landschaft eingebettet und bestechen durch optimale Ausnutzung der natürlichen Lichtquellen. Er selbst bezeichnete seine Firmenphilosophie als Weiterentwicklung der humanistischen Tradition. Donald Jasinski ist Anfang 2011 verstorben.
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Shigeru Ban: Meister der Papier-, Holz- und Recyclingkonstruktionen
Seinen Ruf als Stararchitekt hat er sich als Meister der nachhaltigen Baustoffe erarbeitet. Shigeru Ban ist bekannt für die konsequente Verwendung von Recyclingmaterial. Er baut Ausstellungshallen aus Karton, Museen und Bürogebäude aus Holz und Notunterkünfte aus Stoff und Kartonröhren. So bieten seine Konstruktionen seinen Landsleuten in Japan nach Erdbeben, Tsunami und Fukushima temporären Unterschlupf.
In seinem Werk verbindet Ban die traditionelle japanische Bauweise mit moderner Architektur. Der aus Karton gefertigte Japanische Pavillon der Expo 2000 in Hannover wurde von Ban in Zusammenarbeit mit Frei Otto errichtet und sollte aufzeigen, was mit einer Kartonkonstruktion alles möglich ist.
Zu seinen bekanntesten Werken gehört das Centre Pompidou in Metz.

Paramoderne Loopings
Der japanische Architekt Shushei Endo generiert in den Loopings seiner gerollten Wellblechbahnen den Raum für das Wohnen und Arbeiten zu Beginn des 21. Jahrhunderts. Der hohe Bekanntheitsgrad seiner Architektur fusst auf dem variationsreichen Einsatz eines zeitgemässen Materials, das seine Bauten eine schwerelose Leichtigkeit verleiht. Er beschreibt seine Art, Gebäude für Mensch und Natur zu schaffen, als paramoderne Architektur.
Springtecture: Öffentliche Toilette in Osaka
Slowtecture: Miki Disaster Management Dome (Refugium im Fall eines Erdbebens)
Looptecture
Kulturzentrum Guangzhu
Die sibirische Eco-City
Im weltweit zweitgrössten Loch in der Erde (Tiefe: 525 Meter), der mittlerweile stillgelegten Mir Diamant Mine in Yakutia, Russland, ist der Bau eines gigantischen inversen Glas-Doms geplant. Dieser soll in der sonst unwirtlichen Tundra 100’000 Personen beherbergen. Felder, Wälder und kompexe Photovoltaik-Anlagen sollen auf drei Hauptlevels dafür sorgen, dass die Bewohner die benötigten Ressourcen zur Verfügung gestellt kriegen.
Die Architektengruppe AB Elis Ltd., unter der Leitung von Nickolay Lyutomskiy haben den Auftrag, den Sibirischen Sommer und Winter in diesem riesigen 2 Millionen Quadratmeter – Raum lebenswert zu gestalten.
Die Grundidee ist nicht neu, sie erinnert an Jules Vernes ‘Reise zum Mittelpunkt der Erde’ oder an die ‘Hobbits’ von J.R.R. Tolkien.
Unterirdisches Wohnen hat viele Vorzüge, wie der Schutz vor diversen Naturgewalten und vor allem die Einsparung von Energiekosten von bis zu 80%.


































