Haus? Wo?
Das Erdhaus “Malator” liegt in Pembrokeshire, an der Küste von Wales. Die Firma Future Systems hatte es 1994 fertiggestellt.
Damals belächelt und von den hiesigen Bevölkerung “Teletubby House” genannt, gilt es heute aus Vorzeigebeispiel für nachhaltiges Bauen.
Von Weitem ist es nur durch zwei Glasfronten zu erkennen und fügt sich sonst komplett in die Landschaft ein.
Im Inneren erwartet einen eine gemütliche 1-Zimmerwohnung.
Der unterirdische Garten Eden
Der Sizilianer Baldassare Forestiere begann 1906 mit dem Bau eines unterirdischen Gartens. Er kaufte hierfür ein fruchtbares Stück Land im San Joaquin Valley, Kalifornien. Die nächsten 40 Jahre bohrte er sich auf einer Fläche von knapp 1000 m2 Schlafräume, eine Küche, eine Kapelle, ein Aquarium und eine riesige Gartenanlage.
Der ganze Untergrund wird von römischen Säulen und Bögen gestützt, viele tiefe Löcher lassen genügend Licht in die Räume einfallen. Die gesamte Konstruktion macht es möglich, dass trotz der saisonal bedingten Hitze und Dürre im Äusseren permanent eine angenehme Temperatur im Inneren herrscht. Die Bäume sind vor Trockenheit und Insektenbefall geschützt und das gesammelte Regenwasser kann für das Giessen der Pflanzen genutzt werden.
Diese Diashow benötigt JavaScript.
Forestiere genoss übrigens keine Ausbildung zum Gärtner oder Architekten. Er nutzte einzig sein Wissen aus der Zeit, als er als Arbeiter für den Bau der Bostoner U-Bahn tätig war.
Die Stadt im Berg
Statt die Natur in die Stadt zu pflanzen, hat Charly Duchosal die Stadt in den Berg versteckt, die “Mountain City”. Das Projekt wurde beim eVolo Skyscraper Competition 2012 ehrenhaft erwähnt.
Er appelliert damit an den Menschen, die Natur wieder mehr zu erfahren und die Bauten in die bestehenden Landschaftsformen zu integrieren. Entstehen soll das Projekt in Island. Dank der Nutzung von Geothermie und Kühltürmen ist es vollkommen autark und CO2-neutral.

Vor Jahren hatte das Volcania-Team für das ORASCOM-Projekt in Andermatt einen ähnlichen Projektvorschlag unterbreitet, leider erfolglos.
Stufenbau im Wald
Die Herausforderung an den weltbekannten Architekten der Moderne Álvaro Siza Vieira war hoch: Ein schmales Grundstück inmitten eines steilen Waldes bei Alvite, im Norden Portugals sollte zu einer kleinen Ferienanlage bebaut werden.
Diese besteht aus schlichten, übereinandergelegten Betonwürfeln und ist komplett im Wald integriert.
Kaum zu glauben, dass hier – zum Teil unterirdisch – 3 Schlafzimmer, eine grosse Poolanlage, ein Wohnzimmer, ein Esszimmer, eine Küche, Baderäume und mehrere Ausgleichsflächen versteckt sind.
Sehr originell ist ebenfalls der Eingang: Er befindet sich zuoberst, am einzigen Ort, wo ein Zugang mit Verkehrsmitteln erschliessbar war.

Fotos: FG+SG – Fernando Guerra, Sergio Guerra
Das “Eliphante”: Kunstraum in wilder Natur
Ein interessantes Beispiel der Kombination von organischer Architektur und Kunst bildet das von Michael Kahn und Leda Livant erbaute Erdhaus “Eliphante” in Cornville, Arizona.
Themen, die die beiden beschäftigten setzten sie in idiosynkratischer Weise künstlerisch um: Überall finden sich Skulpturen, eigentümliche Formen, Fenster und Durchgänge. Das Eliphante wurde über die Jahre mehr und mehr zu einem Kunstpalast, einer Meditationsstube, einem Badehaus. Über viele Jahre hauste das Paar in diesem nie fertigen Gebäude, ohne Strom, ohne fliessendes Wasser, ohne Toilette (die Notdurft wurde im Garten verrichtet) und ohne wirklichen Zugang, denn um das Haus zu erreichen muss ein Fluss durchquert werden. Die Materialien klaubten sich die beiden aus der Umgebung zusammen.


Michael Khan gab sich zeitlebens der Malerei hin, bis er nach einer schweren Demenzkrankheit verstarb. Die Zukunft des Eliphante ist leider ungewiss.
Das endlose Haus von Friedrich Kiesler
Friedrich Kiesler (1890-1965) war Architekt, bildender Künstler, Designer und Bühnenbildner und Mitglied der Gruppe De Stijl. Er galt als einflußreicher Theoretiker der Moderne und als Integrationsfigur der europäischen Avantgarde. Mit ihm beschäftigten sich unter anderem Le Corbusier, Frank Lloyd Wright und Philip Johnson. Berühmt geworden sind unter anderem seine Projekte „Endloses Haus“,
„Universales Theater“ und der „Schrein des Buches“ in Jerusalem.

Bemerkenswert an diesem Gebäude ist das Dach, das, rundzeltähnlich errichtet, aus Beton mit weißen Keramikkacheln besteht und mehrere unterirdische Stockwerke im Innenraum hat. Darin aufbewahrt werden Originale und Duplikate antiker Schriftrollen des Alten Testaments, allen voran das Buch Jesaja – daher der Name Schrein des Buches. Friedrich Kiesler hat es zusammen mit dem Architekten Armand Bartos entworfen.
Eco Truly Park in Peru
Direkt an der Küste und nur eine Stunde von Lima (Peru) entfernt, liegt diese verzaubert wirkende Wohnanlage. Die autarke Hare Krishna Gemeinschaft trägt den Namen Eco Truly Park und setzt sich aus Anwohnern und Besuchern aus der ganzen Welt zusammen. Es bietet einen harmonischen Rückzugsort in traumhafter Umgebung.
Friedvolles Miteinander steht neben ökologischem Anbau, Yoga und nachhaltiger Architektur im Mittelpunkt.
Die magischen Lehmhäuser ähneln ihrem Aufbau sehr den Trulli in Apulien und generell Erdhäusern. Denn gefertigt werden sie ebenfalls aus regionalen Materialien wie Lehm, Bambus, Recycling-Glasflaschen und Holz. Die mit indischen Motiven verzierten Earthships liegen paradiesisch zwischen Sanddünen und dem tiefblauen Pazifik.
(via Lilligreen)
Grüne Welle in den Alpen
Im Auftrag des Bella Vista Trafoi Hotel in den italienischen Alpen hat der italienische Architekt Matteo Thun, einer der Gründer der legendären Memphis Group, dieses Hügel-Hotel in einem ziemlich radikalen Design entworfen.
Entstehen soll damit ein (Zitat) “Klimahotel”, das den höchsten ökologischen Standards gerecht werden soll: durch Verwendung von ausschliesslich lokalen Materialien, Einbau von nachhaltigem Dämmmaterial, Berücksichtigung von Fauna und Flora, perfekte Lichteinstrahlung und Nutzung der Erdwärme.
