Tag-Archiv | Experiment

PET als nachhaltiger Baustoff

Fehlende Unterkünfte und Umweltverschmutzung werden weltweit zunehmend zum Problem. Vor allem für die ärmeren Bevölkerungsschichten fehlen nicht nur Wohnmöglichkeiten, sondern auch Einrichtungen, um den Abfall fachgerecht zu entsorgen. Nun hat man entdeckt: Der herumliegende Müll von PET-Flaschen (Polyethylenterephthalat) kann auch als Baustoff verwendet werden.
Gefüllt mit Sand und eingefasst in Zement und Erde eignen sie sich hervorragend für den Bau von Bungalows, Brücken, Brunnen und Säulen.
Die fertige Konstruktion ist feuerfest, kugelsicher und erdbebenresistent. Im Inneren des “Plastikhauses” soll die gute Isolierung eine Raumtemperatur von 18 Grad Celsius gewährleisten.

Die Non-Profit-Organisation Development for Renewable Energies (DARE) setzt sich seit längerem für den Einsatz von PET-Flaschen als Baustoff ein. Mehrere Projekte konnten bereits in Nigeria erfolgreich umgesetzt werden.

Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt:

Eine Anemone zum Kuscheln

Anemone ist eine Kunstinstallation der Oyler Wu Collaborative. Dieses Objekt vereint Ästhetik und die taktile Erforschung. Oft sind Kunstwerke eingeschlossen, so soll der Schutz durch Glaskästen oft den gefühlten Wert eines Objektes steigern. Nicht so bei der Anemone: Hier steigt dessen Wert durch die Sinneserfahrung, der Interaktion.


Die “Tentakel” bestehen aus Hunderten transparenter Röhren, die – verschieden vertieft – eine organische Form bilden.

Intrapolis

Der Schweizer Walter Jonas war zusammen mit Yona Friedmann und Ionel Schein Gründungsmitglied der Groupe International d’Architecture Prospective (GIAP). Mit seinem Projekt Intrapolis im Jahr 1962 erregte der Architekt, Künstler und Kunstkritiker international für Aufsehen. Intrapolis als humane Stadtform ist eine Ansammlung von 100 Meter hohen Wohntrichtern. Einerseits würde man damit eine sehr hohe Wohndichte erreichen und andererseits bliebe eine grosse Grünfläche.
Die Idee wurde von Laien und Fachleuten begeistert aufgenommen, verwirklicht wurde das Projekt einer Kegelstadt jedoch nie. Dennoch sollte die Konzeption der Intrapolis Jonas bis zu seinem Tode beschäftigen.
Als eine Variante der Intrapolis kann das von Jonas 1967 eingereichte Projekt für ein schwimmendes Kulturzentrum in Zürich angesehen werden.

Musik – Perpetuum Mobile

Der “Singing Ringing Tree” des Architekten und Künstlers Tonkin Liu ist eine Musikskulptur, die mit seinen hunderten von Röhren den Wind in Schall umwandelt. Zusammen mit der wunderschönen Hügellandschaft von Burnley, England wird man sofort in eine eigentümliche und kraftvolle Stimmung versetzt.

Dan Phillips: Kreative Gebäude aus recyklierten Materialien

In diesem unterhaltsamen und aufschlussreichen Vortrag von TEDxHouston führt uns Dan Phillips, Gründer von Phoenix Commotion durch ein Dutzend Häuser, die er in Texas aus recyclierten und rückgewonnenen Materialien gebaut hat. Psychologie- und Soziologieweiterbildung als ein Muss für jeden Architekten, köstlich!

Der Sandwurm

Der Sandwurm ist eine organische Struktur, ein Ort, eine Kreatur, die auf den Dünen der belgischen Westküste zu finden ist. 45 Meter lang und 10 Meter breit windet sich dieses Umweltkunstwerk vom aussergewöhnlichen finnischen Konzeptkünstler und Architekten Marco Casagrande durch den Sand. Es ist zu 100% aus Weide geflochten und wird mit den Jahren von selbst wieder verschwinden.

Das “Eliphante”: Kunstraum in wilder Natur

Ein interessantes Beispiel der Kombination von organischer Architektur und Kunst bildet das von Michael Kahn und Leda Livant erbaute Erdhaus “Eliphante” in Cornville, Arizona.
Themen, die die beiden beschäftigten setzten sie in idiosynkratischer Weise künstlerisch um: Überall finden sich Skulpturen, eigentümliche Formen, Fenster und Durchgänge. Das Eliphante wurde über die Jahre mehr und mehr zu einem Kunstpalast, einer Meditationsstube, einem Badehaus. Über viele Jahre hauste das Paar in diesem nie fertigen Gebäude, ohne Strom, ohne fliessendes Wasser, ohne Toilette (die Notdurft wurde im Garten verrichtet) und ohne wirklichen Zugang, denn um das Haus zu erreichen muss ein Fluss durchquert werden. Die Materialien klaubten sich die beiden aus der Umgebung zusammen.

Michael Khan gab sich zeitlebens der Malerei hin, bis er nach einer schweren Demenzkrankheit verstarb. Die Zukunft des Eliphante ist leider ungewiss.

Spieglein, Spieglein an der Hauswand…

Die Stadtverwaltung von Kopenhagen stand vor dem Problem, dass der öffentliche Spielplatz und die angrenzende Kindertagesstätte regelmässig durch Müllablage und Graffitis verunstaltet wurden. Ein einfaches Mittel, dies zu unterbinden, fanden die MLRP Architects: Die Fassade erhielt kurzerhand einen Chromstahlmantel überzogen, der die ganze Umgebung spiegelt.

Kinder lernen so sich und die natürliche Umgebung besser zu erfahren, zugleich fühlen sich potentielle Verunstalter gleich doppelt beobachtet … .

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