Tag-Archiv | Höhlen

Die Höhlenmühlen von Col-de-Roches

Vom Wasser am äussersten Ende des Le-Locle-Tal in der Schweiz eingegraben, zeugt die Höhle der Col-de-Roches von der menschlichen Tatkraft des 17. Jahrhunderts. Erfinderische Menschen nutzten das Felsenbett und zähmten den natürlichen Wasserfall in diesem Karstgebiet, um hydraulische Energie zu gewinnen.
Im Laufe der Zeit bauten sie in der Höhle ein ganzes System von Wasserrädern, Mühlen, Dreschmaschinen und Sägen.

Diese Anlage ist europaweit die einzige dieser Art. Hier geht’s zur offiziellen Website.

Der unterirdische Garten Eden

Der Sizilianer Baldassare Forestiere begann 1906 mit dem Bau eines unterirdischen Gartens. Er kaufte hierfür ein fruchtbares Stück Land im San Joaquin Valley, Kalifornien. Die nächsten 40 Jahre bohrte er sich auf einer Fläche von knapp 1000 m2 Schlafräume, eine Küche, eine Kapelle, ein Aquarium und eine riesige Gartenanlage.

Der ganze Untergrund wird von römischen Säulen und Bögen gestützt, viele tiefe Löcher lassen genügend Licht in die Räume einfallen. Die gesamte Konstruktion macht es möglich, dass trotz der saisonal bedingten Hitze und Dürre im Äusseren permanent eine angenehme Temperatur im Inneren herrscht. Die Bäume sind vor Trockenheit und Insektenbefall geschützt und das gesammelte Regenwasser kann für das Giessen der Pflanzen genutzt werden.

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Forestiere genoss übrigens keine Ausbildung zum Gärtner oder Architekten. Er nutzte einzig sein Wissen aus der Zeit, als er als Arbeiter für den Bau der Bostoner U-Bahn tätig war.

Die Stadt im Berg

Statt die Natur in die Stadt zu pflanzen, hat Charly Duchosal die Stadt in den Berg versteckt, die “Mountain City”. Das Projekt wurde beim eVolo Skyscraper Competition 2012 ehrenhaft erwähnt.

Er appelliert damit an den Menschen, die Natur wieder mehr zu erfahren und die Bauten in die bestehenden Landschaftsformen zu integrieren. Entstehen soll das Projekt in Island. Dank der Nutzung von Geothermie und Kühltürmen ist es vollkommen autark und CO2-neutral.

Vor Jahren hatte das Volcania-Team für das ORASCOM-Projekt in Andermatt einen ähnlichen Projektvorschlag unterbreitet, leider erfolglos.

Oase Siwa

Siwa liegt als westlichste Oasengruppe Ägyptens in der libyschen Wüste und erstreckt sich über eine Länge von 80 km und eine Breite von 2-20 km. Als Depressionen liegt Siwa 18 m unter dem Meeresspiegel.

Die Geschichte der Oase Siwa lässt sich bis ins 15. Jh. v. Chr. zurückverfolgen. Ihr Haupttempel, dem Gott Amun geweiht, und ihr Orakel waren weit über die Grenzen des Pharaoenreichs bekannt. Der wohl bekannteste Besucher des Orakels war Alexander der Große. Er liess sich hier 331 v.Chr. als Sohn des Zeus bestätigen.

Die traditionellen Lehmhäuser sind organisch mit den Ruinen und den wunderschönen Felsenhöhlen (Gräber) verbunden.

Sehenswürdigkeiten in Siwa:

  • Shali – Ruinen von ‘Alt-Siwa’ – Shali ist der größte Ort der Oase, in dem sich die verlassenen Ruinen des “Alt-Siwas” befinden. Er wurde im 12. Jh. von den Einwohner Siwas zum Schutz vor Nachbarstämmen gegründet.
  • Tempel des Amun und Amun-Orakel – genau hier befragte Alexander der Große höchstpersönlich das Orakel. Der auf einem Felsvorsprung gelegene Tempel ist allerdings ein Opfer des Zahns der Zeit geworden.
  • Der Berg ‘Al-Dakrur’ -  Von den Einwohnern Siwas als heiliger Berg angesehen, da seinem weißen Sand Heilkräfte zugeschrieben werden, u.a. gegen Rheuma.
  • ‘Al Mauta’ oder Der Berg der Toten -  Ein gewaltiges Kalksteingebilde, in dem sich Gräber aus pharaonischer und römischer Zeit befinden.
  • Die Sonnenquelle – Hier soll Königin Kleopatra angeblich gebadet haben, weswegen sie auch ‘Kleopatra-Bad’ genannt wird. Sie liegt 4 km südlich von Siwa-Stadt.

Gruta das Torres

Die Gruta das Torres ist eine natürliche Höhle, die sich gebildet hatte, nachdem ein unterirdischer Lavastrom abgekühlt war. Sie liegt auf der Insel Pico, auf den Azoren.

Das Volcania-Team konnte es sich nicht nehmen lassen, dieses Wunder der Natur besuchen zu gehen und war überrascht von der modernen Architektur des Empfangs- und Ausstellungsraumes:
Eine gelungene Kombination aus Glas und Lavastein umschliesst den dunklen Höhleneingang.

Architekten: SAMI Arquitectos

Das “Eliphante”: Kunstraum in wilder Natur

Ein interessantes Beispiel der Kombination von organischer Architektur und Kunst bildet das von Michael Kahn und Leda Livant erbaute Erdhaus “Eliphante” in Cornville, Arizona.
Themen, die die beiden beschäftigten setzten sie in idiosynkratischer Weise künstlerisch um: Überall finden sich Skulpturen, eigentümliche Formen, Fenster und Durchgänge. Das Eliphante wurde über die Jahre mehr und mehr zu einem Kunstpalast, einer Meditationsstube, einem Badehaus. Über viele Jahre hauste das Paar in diesem nie fertigen Gebäude, ohne Strom, ohne fliessendes Wasser, ohne Toilette (die Notdurft wurde im Garten verrichtet) und ohne wirklichen Zugang, denn um das Haus zu erreichen muss ein Fluss durchquert werden. Die Materialien klaubten sich die beiden aus der Umgebung zusammen.

Michael Khan gab sich zeitlebens der Malerei hin, bis er nach einer schweren Demenzkrankheit verstarb. Die Zukunft des Eliphante ist leider ungewiss.

Derinkuyu

In Derinkuyu in Kappadokien, Türkei liegt die wohl grösste bekannte unterirdische Stadt der Welt. Sie ist auf 11 Stockwerken gebaut und man schätzt, dass dort 30-50’000 Menschen leben konnten.
Jeder Stock kann von innen mit einem grossen Steintor (Mühlstein) verschlossen werden, um die Bewohner vor Eindringlingen oder Dieben zu schützen. Das ganze System ist mit einer Frischluftzufuhr und mit Wasserrohrleitungen erschlossen.
Unglaublich: Erbaut wurde die Stadt im 6. oder 7. Jh.v.Chr oder evtl. noch viel später.

Grüne Welle in den Alpen

Im Auftrag des Bella Vista Trafoi Hotel in den italienischen Alpen hat der italienische Architekt Matteo Thun, einer der Gründer der legendären Memphis Group, dieses Hügel-Hotel in einem ziemlich radikalen Design entworfen.
Entstehen soll damit ein (Zitat) “Klimahotel”, das den höchsten ökologischen Standards gerecht werden soll: durch Verwendung von ausschliesslich lokalen Materialien, Einbau von nachhaltigem Dämmmaterial, Berücksichtigung von Fauna und Flora, perfekte Lichteinstrahlung und Nutzung der Erdwärme.

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