Tag-Archiv | Höhlenbewohner

Derinkuyu

In Derinkuyu in Kappadokien, Türkei liegt die wohl grösste bekannte unterirdische Stadt der Welt. Sie ist auf 11 Stockwerken gebaut und man schätzt, dass dort 30-50’000 Menschen leben konnten.
Jeder Stock kann von innen mit einem grossen Steintor (Mühlstein) verschlossen werden, um die Bewohner vor Eindringlingen oder Dieben zu schützen. Das ganze System ist mit einer Frischluftzufuhr und mit Wasserrohrleitungen erschlossen.
Unglaublich: Erbaut wurde die Stadt im 6. oder 7. Jh.v.Chr oder evtl. noch viel später.

Das Flammenhaus

Es ist einfach zu erkennen, woher das Flammenhaus seinen Namen trägt. Im Four Corners-Gebiet in Utah steht diese frühere Höhlensiedlung, die vor Urzeiten von den Anasazi, den Ahnen der Pueblo-Indianer, bewohnt war. Ein weiteres Beispiel gelungener integrierter Architektur… .

 

Höhlenhotel Gamirasu

Das Gamirasu Hotel ist mitten in der Gebirgslandschaft von Kappadokien (wir haben bereits über die Höhlen berichtet) gelegen. Es ist ein Komplex aus sieben alten, herrlich restaurierten Häusern mit achtzehn Zimmern.

Bis vor kurzem wurde ein Teil des Hauses noch von christlichen Mönchen genutzt, so waren einige der Räume ursprünglich Mönchszellen. In den Höhlenräumen ist es angenehm kühl im Sommer und warm im Winter, da das vulkanische Tuffgestein perfekt isoliert und die Temperaturen im ganzen Jahr zwischen 17 bis 20 Grad Celsius hält. Die Räume variieren alle in Größe, Aufteilung und Ausstattung.

Modernes Leben in der Sandsteinhöhle

Wieso nicht in einer stillgelegten Sandsteinmine leben? Dies dachten sich Curtis und Deborah Sleeper. Sie haben es sich heute mit ihren drei Kindern auf einer Grundfläche von 120m2, direkt unter einem Waldstück, in Festus, Missouri gemütlich gemacht.

Dogon-Siedlungen in Mali

In Mali lebt eine Volksgruppe von knapp einer Million Bewohnern, die seit hunderten von Jahren ein architektonisches Weltkulturerbe der besonderen Art beherbergen. Auf einem Plateau, abgeschnitten vom Rest der Welt hat sich innerhalb der Volksgruppe der Dogon eine Gesellschaft und Architektur der besonderen Art entwickelt.

Die ältesten Dogon-Behausungen findet man in die Felsen gehauen, dies sicherlich, um sich damals vor Feinden und klimatischen Bedingungen zu schützen.

 

Die Tempel von Damanhur

Die Gründung Damanhurs geht auf Mitte der 70er Jahre zurück und wurde inspiriert von Oberto Airaudi.

Heute ist Damanhur (nicht zu verwechseln mit dem ägyptischen Damanhur, dem früheren Hermopolis) ein weltbekanntes Zentrum spiritueller, künstlerischer und sozialer Forschung mit Sitz im Valchiusellatal, einem der schönsten Voralpentäler des Piemont.

Die Gedankenwelt Damanhurs hat eine neue Gesellschaftsform und ein neues Volk ins Leben gerufen, um ein alternatives Lebens- und Denkmodell als mögliche Inspiration für den Planeten zu verwirklichen. Dieses Volk als New Age Sekte zu betiteln wäre wohl falsch und würde zu kurz greifen. In Italien ist Damanhur aufgrund seines anhaltenden ethischen und sozialen Engagements als gemeinnütziger Verein (Associazione di Promozione Sociale) anerkannt.

Damanhur besitzt eine eigene Verfassung, eine eigene Sprache, ein alternatives Währungssystem, eine Tageszeitung, Kunstateliers und Kunsthandwerkstätten, ein Kongresszentrum sowie medizinische und wissenschaftliche Forschungslabors.

Faszinierend sind die unterirdischen Bauten, die direkt in den Berg gemeisselt wurden. Neben einem Labyrinth von verzierten Gängen finden sich diverse geheimnisvolle “Tempel der Menschheit” (virtual tour).

Die tunesischen Ksour

Eine architektonische Bauform des Dahar, wie ganz Südtunesiens, sind die Ksour (Plural von Ksar), die überall im Maghreb verbreitet sind. Ein Ksar – der Begriff ist in Tunesien nicht eindeutig bestimmt und wird verschiedenen Bauten zugerechnet, insbesondere aber den Speicherburgen der Berber – besteht aus mehreren Grundeinheiten, den Ghorfas. Ein Ghorfa ist ein tonnenförmiges Gewölbe, zumeist mit mehreren Etagen, das zur Lagerung von Vorräten dient.

Die halbnomadischen Berber lagerten hier Korn, Öl und Viehfutter sowie ihr Hab und Gut, wenn sie auf Wanderschaft gingen. Zurück blieb meist nur ein Wächter mit seiner Familie, den Alten und Kleinkindern. Zum optimalen Schutz wurden solche Ksour im Dahar gerne auf schwindelerregenden Felsvorsprüngen angelegt, man findet sie jedoch auch weiter unten in der Ebene, was darauf schließen lässt, dass jene in friedlicheren Zeiten angelegt wurden.

Die meisten und schönsten Ksour findet man in der Region um Foum Tataouine. Vergleichbar mit der berühmten „Straße der Kasbahs“ im Süden Marokkos, gibt es hier in Südtunesien die „Route der Ksour“. Den schönsten und besterhaltenen Ksar kann man in Chenini, etwa 20 Kilometer westlich von Foum Tataouine, bewundern.

Gleich in der Nähe befinden sich Douiret mit der einzigen unterirdischen Moschee Tunesiens, die auch Nichtmuslimen offen steht, Guermessa und Ksar Haddada mit beeindruckenden Speichern, ebenso wie Ksar Ouled Soltane, südlich von Foum Tataouine.

Höhlenhäuser in Kappadokien

Kappadokien (Türkei) wurde 6500 v. Chr. besiedelt. Der fruchtbare vulkanische Boden ermöglichte Ackerbau und durch die Erosion der äussersten Gesteinsschichten kam das weiche Gestein hervor, in dem nicht nur Vögel zu nisten begannen, der Mensch tat es ihnen gleich.

Die Höhle kann als den Startpunkt unserer Behausungen betrachtet werden. Mönche und Nonnen schafften sich im porösen Tuffgestein Räume, in denen sie als Höhlenbewohner (Troglodyten) hausten und ihrem Glauben fröhnten.

Heute riskiert dieses UNESCO-Weltkulturerbe Opfer der anhaltenen Erosion zu werden, verursacht durch Wind und Regen und nicht zuletzt durch die Luftverschmutzung.

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