Günstig Bauen mit dem Earthbag
Der deutsche Architekt Prof. Dr.-Ing. Gernot Minke entwickelte unter anderem ein Baukonzept, bei dem mit Bims gefüllte Sandsäcke zum Bau tragender Wände verwendet wurden. Er ist Leiter des Forschungslabors für Experimentelles Bauen an der Universität Kassel. Eine vorrangig in der dritten Welt genutzte Art der Architektur, der Earthbag-Architektur wurde vom iranischen Architekt Nader Khalili entwickelt, wonach mit Erde und anderen Materialien gefüllte Sandsäcke zum Bau von Häusern genutzt werden. Er ist Gründer des Cal-Earth Instituts in Kalifornien, welches sich mit der Verbreitung und Weiterentwicklung dieser Technologie beschäftigt.
Lisa und Paul Majors aus Garfield, Arkansas, hatten sich zum Ziel gesetzt, ein Haus für weniger als 10’000$ zu bauen und dies erst noch in ökologischer Bauweise. Zuerst dachten sie an ein Earthship, doch nachdem sie das Pneufundament gelegt hatten entschlossen sie sich für die noch einfachere und günstigere Methode des Earthbags, mit Sand und Steinen aus der Region gefüllte Säcke.

Dan Phillips: Kreative Gebäude aus recyklierten Materialien
In diesem unterhaltsamen und aufschlussreichen Vortrag von TEDxHouston führt uns Dan Phillips, Gründer von Phoenix Commotion durch ein Dutzend Häuser, die er in Texas aus recyclierten und rückgewonnenen Materialien gebaut hat. Psychologie- und Soziologieweiterbildung als ein Muss für jeden Architekten, köstlich!


Das “Eliphante”: Kunstraum in wilder Natur
Ein interessantes Beispiel der Kombination von organischer Architektur und Kunst bildet das von Michael Kahn und Leda Livant erbaute Erdhaus “Eliphante” in Cornville, Arizona.
Themen, die die beiden beschäftigten setzten sie in idiosynkratischer Weise künstlerisch um: Überall finden sich Skulpturen, eigentümliche Formen, Fenster und Durchgänge. Das Eliphante wurde über die Jahre mehr und mehr zu einem Kunstpalast, einer Meditationsstube, einem Badehaus. Über viele Jahre hauste das Paar in diesem nie fertigen Gebäude, ohne Strom, ohne fliessendes Wasser, ohne Toilette (die Notdurft wurde im Garten verrichtet) und ohne wirklichen Zugang, denn um das Haus zu erreichen muss ein Fluss durchquert werden. Die Materialien klaubten sich die beiden aus der Umgebung zusammen.


Michael Khan gab sich zeitlebens der Malerei hin, bis er nach einer schweren Demenzkrankheit verstarb. Die Zukunft des Eliphante ist leider ungewiss.
Masdar City, die Ökostadt in der Wüste
Masdar (arabisch Quelle“ oder „Ursprung‘) ist ein Stadtbauprojekt in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Der Kern dieses Projektes ist Masdar City, eine geplante Ökostadt im Emirat Abu Dhabi, mit deren Bau im Februar 2008 begonnen wurde. Zukünftig wird dort der Hauptsitz der Internationalen Organisation für Erneuerbare Energien (IRENA) sein.
Das als „CO2-neutrale Wissenschaftsstadt“ angekündigte Vorhaben soll vollständig durch erneuerbare Energien versorgt werden. So ist zum Beispiel die Wasserversorgung mit solarbetriebenen Entsalzungsanlagen geplant. Insgesamt soll es nur noch einen Energieaufwand von 25 Prozent pro Kopf verglichen mit dem heutigen Verbrauch geben. Zudem wird die ganze Stadt nach einer strengen Nachhaltigkeitsleitlinie ausgerichtet, so dass sie CO2-emissionslos und durch konsequentes Recycling nahezu abfallfrei sein wird. Frischluftkorridore und Parkanlagen sollen die Bauflächen durchziehen und die Temperatur im Vergleich zur Stadt Abu Dhabi drastisch senken.
Das ehrgeizige Projekt auf einer Fläche von sechs Quadratkilometern wird auf 47.500 Einwohner und rund 1500 Firmen und Institute aus dem Ökologiesektor ausgelegt und kein Punkt im Stadtgebiet wird mehr als 200 Meter von einer Haltestelle der öffentlichen Verkehrsmittel entfernt sein. Die Initiative wird von der Abu Dhabi Future Energy Company (ADFEC) und Scheich Muhammad bin Zayid Al Nahyan angeführt. Initiiert im Jahre 2006 und geleitet durch Foster & Partner, wurde das Projekt für einen Erstbezug ab 2016 geplant. Im Frühjahr 2010 wurde jedoch in diversen Medien über zeitliche Verzögerungen und finanzielle Probleme berichtet. Als neuer Fertigstellungstermin des Gesamtprojekts wird nun das Jahr 2025 genannt.
Müllschloss für 500$
Dieses “Junk Castle” in Whitman County/Washington, entworfen und erbaut vom Kunstlehrer Victor Moore und seiner Gattin Bobbie, besteht ausschliesslich aus Materialien der angrenzenden Müllhalde. Die Baukosten betrugen insgesamt ganze 500$! Die Tür – ganz wie es sich gehört – ist eine ausrangierte Fahrertür eines 1952 Oldsmobile. 

Organische Büros für kreative Köpfe
Ständig auf der Suche nach neuen Wegen zu leben, schlafen, kreieren und arbeiten, hat Mathieu Lehanneur die Werbeagentur JWT (Neuilly/Seine) in eine “digitale Pflanzenstation” verwandelt. Dabei arbeitete er eng mit der Architektin Ana Moussinet zusammen. Hier treffen sich gerade, kühle Farben und Formen mit organischen Bürohöhlen. Diese Höhlen sind aus dem recykliertem Papier geformt, das das Büro bis dahin als Ausschuss produziert hatte, bevor komplett auf ein papierloses Office umgestellt wurde.
Mathieu Lehanneur hat in der Konzeption einen weiteren spannenden Versuch vorgenommen: so sind die Büros der Geschäftsleitung im Erdgeschoss, gleich neben dem Empfang. Damit wird Nähe zum Kunden und Transparenz ausgestrahlt.
Nicht zu vergessen der schwarze Teer-Meteorit in der Mitte des Raumes. Sein Anti-Design zieht den Besucher in den Bann und die Mitarbeiter nutzen ihn als Ablagefläche und Meetingpoint.

Die von der Decke hängenden Pflanzen sind ein natürlicher Luftfilter, der – angeschlossen an eine Jukebox – Musik abspielt, sobald die langen Äste berührt werden.
Wenn dies keine kreative Agentur ist… .
Leben im Öltank
Das Oil Silo Home, entworfen von PinkCloud.DK, recykliert bestehende leere Öltanks, um sie in erschwingliche Familienwohnbauten umzunutzen.
Mit dieser 100% autarken Nutzung wird die Post-Öl-Ära auch symbolisch eingeläutet, so ist dieses Gebäude CO2-neutral und produziert die benötigte Energie selbst. Zudem wird das Wasser ebenfalls in einem integrierten System aufbereitet.
Die grösste Öko-Kuppel der Welt
Der Long Island Green Dome zählt mit einem Durchmesser von 70 Metern zu den grössten privat bewohnten Kuppelbauten der Welt. Die Bauzeit betrug 4 Jahre. 16 Spezialfenster sammeln die Sonnenwärme und speisen diese in die Bodenheizung ein.
Praktisch alle verwendeten Materialen sind rezykliert und/oder biologisch abbaubar. Abwasser wie Warmwasser werden aufbereitet und in die Kreisläufe eingespiesen.
Für die Elektrizität sorgen Solarpanels und Windräder und für die Gartengestaltung wurden alte Reifen der nahe gelegenen Garage wiederverwendet.
So ist der Green Dome zum Wildlife Habitat von der National Wildlife Federation zertifiziert worden. Dessen Erbauer Kevin Shea ist ein aktiver Verfechter ökofreundlicher Bauten und hat hierfür diverse Lernvideos erstellt.
