Tag-Archiv | sakral

Der unterirdische Garten Eden

Der Sizilianer Baldassare Forestiere begann 1906 mit dem Bau eines unterirdischen Gartens. Er kaufte hierfür ein fruchtbares Stück Land im San Joaquin Valley, Kalifornien. Die nächsten 40 Jahre bohrte er sich auf einer Fläche von knapp 1000 m2 Schlafräume, eine Küche, eine Kapelle, ein Aquarium und eine riesige Gartenanlage.

Der ganze Untergrund wird von römischen Säulen und Bögen gestützt, viele tiefe Löcher lassen genügend Licht in die Räume einfallen. Die gesamte Konstruktion macht es möglich, dass trotz der saisonal bedingten Hitze und Dürre im Äusseren permanent eine angenehme Temperatur im Inneren herrscht. Die Bäume sind vor Trockenheit und Insektenbefall geschützt und das gesammelte Regenwasser kann für das Giessen der Pflanzen genutzt werden.

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Forestiere genoss übrigens keine Ausbildung zum Gärtner oder Architekten. Er nutzte einzig sein Wissen aus der Zeit, als er als Arbeiter für den Bau der Bostoner U-Bahn tätig war.

Geometrische Deckenstrukturen

Der amerikanische Fotograf David Stephenson verbrachte sechs Jahre damit, Decken von europäischen Kathedralen einzufangen. Das Resultat ist eine atemberaubende Sammlung geometrischer Muster und Zeugen mehrheitlich mittelalterlicher Handwerkskunst.

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Yazd, die iranische Wüstenoase

Aufgrund seiner Lage zwischen zwei Wüsten ist Yazd einem besonders harten Klima ausgesetzt: die extrem heißen Sommer und kalten Winter der iranischen Hochebene erfordern eine Architektur, die diesen Bedingungen gerecht wird.
Die überdachten Bazare erinnern an längst vergangene Zeiten, als Marco Polo (13. Jh.) die für seine Teppichherstellung bekannte Stadt an der südlichen Seidenstraße bereiste und Yazd mit dem Attribut die Edle versah. Speziell sind die Windtürme, Badgire genannt, Jahrtausende alte, natürliche Klimaanlagen auf den Dächern der Stadt, die jeden noch so geringen Luftzug mithilfe eines raffinierten Belüftungssystems in den Häusern verteilen.
Wasser ist das Gold der Wüste. Neben Schutz vor sengender Sonne bot die vollständig aus Lehm erbaute Wüstenstadt den Händlern der Seidenstraße vor allem den Zugang zu Wasser. Dies ermöglicht auch heute noch ein auf der Welt einmaliges System aus Wasserkanälen, Qanate genannt, die von Wartungstrupps permanent sauber gehalten werden müssen.
Seit über 2500 Jahren gilt Yazd als Zentrum der Zoroastrismus , der ersten monotheistischen Weltreligion.

Opalhöhlen als Wohnungen


Coober Pedy ist ein staubiges 3500-Einwohner-Städtchen im südaustralischen Outback im Nirgendwo zwischen Adelaide und Alice Springs gelegen. Es galt als “Opal-Hauptstadt der Welt”, denn in der großen Zeit, den 1960er und 70er Jahren, kam 90 Prozent der Opal-Weltproduktion aus Coober Pedy.

Heute sind die Minen grösstenteils erschöpft, und da die Aussentemperaturen bis über 40°C betragen können haben sich die Bewohner den löchrigen Untergrund zunutze gemacht: Inzwischen leben die meisten Einwohner in den unterirdischen Wohnhöhlen, sogar die Kirche wurde in den Untergrund verlegt, damit während den Messen eine angenehme Temperatur herrscht.

Hängender Tempel von Hengshan

Als eines der vielen vergessenen Weltwunder gilt der hängende Tempel von Hengshan. Er liegt 60 km südwestlich von Datong, in China. Man geht davon aus, dass Liao Ran während der Nördlichen Wei-Dynastie die 40 Räume in den Fels des Hengshan-Gebirges gehauen hat .
1900 wurde der Tempel restauriert und widmet sich drei Religionen zugleich: Dem, Konfuzianismus, dem Taoismus und dem Buddhismus. 78 Statuen zieren die kunstvoll geschmückten Höhlen.

Die Muschelkirche

Im Jahre 1680 gründete Jean-Baptiste de la Salle den Orden “Die Brüder der Christlichen Schulen“, eine religiöse Bruderschaft von Männern, denen die Erziehung von Jungen am Herzen lag. Der Orden wuchs und gedieh, und zu Beginn des 20. Jahrhunderts unterrichteten über 6000 Brüder in Frankreich.

1904 kam eine Gruppe von De La Salle Brüdern nach Guernsey und erwarb Les Vauxbelets (=die schönen, kleinen Täler).

Im Dezember 1913 kam der Bruder Déodat nach Guernsey. Als er das bewaldete, hügelige Gelände sah, das sich zum Tal hin neigte, nahm er sich vor, eine Grotte wie die in Lourdes zu bauen. Im März 1914 baute er eine winzige Kapelle, etwa drei Meter lang und eineinhalb Meter breit. Diese Kapelle wurde recht kritisch betrachtet und Déodat verbrachte die folgende Nacht damit, das Gebäude wieder abzureissen. Das war das Ende der ersten Kapelle.

Aber bald fing er wieder mit der Arbeit an, und im Juli 1914 war die Grotte fertig und offiziell eingeweiht. Kurz darauf baute er eine kleine Kapelle, drei Meter lang und zwei Meter breit. Diese Kapelle stand bis September 1923. Dann riss Bruder Déodat auch diese Kapelle wieder ab, weil der Bischof von Portsmouth sich nicht durch den engen Eingang zwängen konnte. Und so endete die zweite Kapelle.

Bruder Déodat machte sich bald daran, eine dritte Kapelle zu bauen, und diese Kapelle steht noch heute. Die Bauarbeiten waren mühselig. Jeden Tag sammelte er Muscheln, Kieselsteine und Porzellanscherben, um den Schrein zu schmücken.
Dann wurde die kleine Kapelle plötzlich berühmt, als ein bebildeter Artikel über sie im Daily Mirror erschien. Jetzt brachten Inselbewohner bunte Scherben nach Les Vauxbelets, so dass über die Jahre ein schmuckes Wunderwerk entstand.

 

Tempel des Todes

Der von ca. 889 – 910 regierende Yasovarman I errichtete in Angkor Wat, Kambodscha zahlreiche Stauseen und Bewässerungsanlagen.
Die Folge davon war, dass die Einwohner öfter im Jahr reiche Reisernten hatten. Dies wiederum bescherte dem Land großen Reichtum, was aufgrund der erfolgreichen Landwirtschaft auf den Nahrungsüberschuss zurückzuführen war.

Der Haupttempel Angkor Wat , welcher durch Suryavarman I in der Hauptstadt errichtet worden war, war dem Hindu-Gott Vishnu gewidmet. Was der Bau dieses Tempels bezwecken sollte, ist bis heute nicht eindeutig belegt. Jeder der Herrscher der Khmer ließ mindestens einen großen Tempel bauen, zumal sie sich als Sachwalter Gottes betrachteten.

Die Gebäude wurden aus kunstvoll gestalteten Sandsteinen zusammengesetzt. Die zahlreichen Kanäle der Anlage dienten den Arbeitern auch dazu, die riesigen Steinbrocken mit Flößen zu transportieren. Für den Bau wurden die Blöcke mit besonderen Schleifanlagen so bearbeitet, dass sie ohne erkennbare Zwischenräume aufeinandergesetzt werden konnten.
Auffällig ist auch die Ausrichtung des Tempels Angkor Wat. Nicht wie sonst im Osten befand sich der Ein- bzw. Ausgang hier in Richtung Westen. Dies ist jedoch makarbererweise die Himmelsrichtung Yamas, welcher als der Gott des Todes bezeichnet wird.

Heute ist die teilweise von Bäumen überwachsene Tempelanlage ein beliebtes Touristenziel und UNESCO Weltkulturerbe.

 

Le Corbusier: Notre-Dame-du-Haut de Ronchamp

Das bekannteste Werk von Le Corbusier, eines der berühmtesten Architekten der neueren Zeit, darf in dieser Sammlung nicht fehlen. Neben der allgemein expressiven Formensprache mit der auffälligen Dachkrümmung unterscheidet sich die Raumaufteilung, die Lage des Aussenaltars, die schiessschartenartigen Fenster, die Glocken oder der Regenwasserbrunnen der Kapelle von Ronchamp stark von anderen sakralen Stätten.

Wer dieses Gebäude betritt muss sich in der speziellen Raumatmosphäre zuerst zurechtfinden und wird sich erst nach und nach der angenehmen, organischen Proportionierung und Ausrichtung bewusst.

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