Tag-Archiv | unterirdisch

Der unterirdische Garten Eden

Der Sizilianer Baldassare Forestiere begann 1906 mit dem Bau eines unterirdischen Gartens. Er kaufte hierfür ein fruchtbares Stück Land im San Joaquin Valley, Kalifornien. Die nächsten 40 Jahre bohrte er sich auf einer Fläche von knapp 1000 m2 Schlafräume, eine Küche, eine Kapelle, ein Aquarium und eine riesige Gartenanlage.

Der ganze Untergrund wird von römischen Säulen und Bögen gestützt, viele tiefe Löcher lassen genügend Licht in die Räume einfallen. Die gesamte Konstruktion macht es möglich, dass trotz der saisonal bedingten Hitze und Dürre im Äusseren permanent eine angenehme Temperatur im Inneren herrscht. Die Bäume sind vor Trockenheit und Insektenbefall geschützt und das gesammelte Regenwasser kann für das Giessen der Pflanzen genutzt werden.

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Forestiere genoss übrigens keine Ausbildung zum Gärtner oder Architekten. Er nutzte einzig sein Wissen aus der Zeit, als er als Arbeiter für den Bau der Bostoner U-Bahn tätig war.

Die Stadt im Berg

Statt die Natur in die Stadt zu pflanzen, hat Charly Duchosal die Stadt in den Berg versteckt, die “Mountain City”. Das Projekt wurde beim eVolo Skyscraper Competition 2012 ehrenhaft erwähnt.

Er appelliert damit an den Menschen, die Natur wieder mehr zu erfahren und die Bauten in die bestehenden Landschaftsformen zu integrieren. Entstehen soll das Projekt in Island. Dank der Nutzung von Geothermie und Kühltürmen ist es vollkommen autark und CO2-neutral.

Vor Jahren hatte das Volcania-Team für das ORASCOM-Projekt in Andermatt einen ähnlichen Projektvorschlag unterbreitet, leider erfolglos.

Stufenbau im Wald

Die Herausforderung an den weltbekannten Architekten der Moderne Álvaro Siza Vieira war hoch: Ein schmales Grundstück inmitten eines steilen Waldes bei Alvite, im Norden Portugals sollte zu einer kleinen Ferienanlage bebaut werden.
Diese besteht aus schlichten, übereinandergelegten Betonwürfeln und ist komplett im Wald integriert.
Kaum zu glauben, dass hier – zum Teil unterirdisch – 3 Schlafzimmer, eine grosse Poolanlage, ein Wohnzimmer, ein Esszimmer, eine Küche, Baderäume und mehrere Ausgleichsflächen versteckt sind.

Sehr originell ist ebenfalls der Eingang: Er befindet sich zuoberst, am einzigen Ort, wo ein Zugang mit Verkehrsmitteln erschliessbar war.

Fotos: FG+SG – Fernando Guerra, Sergio Guerra

Gruta das Torres

Die Gruta das Torres ist eine natürliche Höhle, die sich gebildet hatte, nachdem ein unterirdischer Lavastrom abgekühlt war. Sie liegt auf der Insel Pico, auf den Azoren.

Das Volcania-Team konnte es sich nicht nehmen lassen, dieses Wunder der Natur besuchen zu gehen und war überrascht von der modernen Architektur des Empfangs- und Ausstellungsraumes:
Eine gelungene Kombination aus Glas und Lavastein umschliesst den dunklen Höhleneingang.

Architekten: SAMI Arquitectos

Das endlose Haus von Friedrich Kiesler

Friedrich Kiesler (1890-1965) war Architekt, bildender Künstler, Designer und Bühnenbildner und Mitglied der Gruppe De Stijl. Er galt als einflußreicher Theoretiker der Moderne und als Integrationsfigur der europäischen Avantgarde. Mit ihm beschäftigten sich unter anderem Le Corbusier, Frank Lloyd Wright und Philip Johnson. Berühmt geworden sind unter anderem seine Projekte „Endloses Haus“,
„Universales Theater“ und der „Schrein des Buches“ in Jerusalem.

Bemerkenswert an diesem Gebäude ist das Dach, das, rundzeltähnlich errichtet, aus Beton mit weißen Keramikkacheln besteht und mehrere unterirdische Stockwerke im Innenraum hat. Darin aufbewahrt werden Originale und Duplikate antiker Schriftrollen des Alten Testaments, allen voran das Buch Jesaja – daher der Name Schrein des Buches. Friedrich Kiesler hat es zusammen mit dem Architekten Armand Bartos entworfen.

Derinkuyu

In Derinkuyu in Kappadokien, Türkei liegt die wohl grösste bekannte unterirdische Stadt der Welt. Sie ist auf 11 Stockwerken gebaut und man schätzt, dass dort 30-50’000 Menschen leben konnten.
Jeder Stock kann von innen mit einem grossen Steintor (Mühlstein) verschlossen werden, um die Bewohner vor Eindringlingen oder Dieben zu schützen. Das ganze System ist mit einer Frischluftzufuhr und mit Wasserrohrleitungen erschlossen.
Unglaublich: Erbaut wurde die Stadt im 6. oder 7. Jh.v.Chr oder evtl. noch viel später.

Grüne Welle in den Alpen

Im Auftrag des Bella Vista Trafoi Hotel in den italienischen Alpen hat der italienische Architekt Matteo Thun, einer der Gründer der legendären Memphis Group, dieses Hügel-Hotel in einem ziemlich radikalen Design entworfen.
Entstehen soll damit ein (Zitat) “Klimahotel”, das den höchsten ökologischen Standards gerecht werden soll: durch Verwendung von ausschliesslich lokalen Materialien, Einbau von nachhaltigem Dämmmaterial, Berücksichtigung von Fauna und Flora, perfekte Lichteinstrahlung und Nutzung der Erdwärme.

Opalhöhlen als Wohnungen


Coober Pedy ist ein staubiges 3500-Einwohner-Städtchen im südaustralischen Outback im Nirgendwo zwischen Adelaide und Alice Springs gelegen. Es galt als “Opal-Hauptstadt der Welt”, denn in der großen Zeit, den 1960er und 70er Jahren, kam 90 Prozent der Opal-Weltproduktion aus Coober Pedy.

Heute sind die Minen grösstenteils erschöpft, und da die Aussentemperaturen bis über 40°C betragen können haben sich die Bewohner den löchrigen Untergrund zunutze gemacht: Inzwischen leben die meisten Einwohner in den unterirdischen Wohnhöhlen, sogar die Kirche wurde in den Untergrund verlegt, damit während den Messen eine angenehme Temperatur herrscht.

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