Tag-Archiv | Wald

Stufenbau im Wald

Die Herausforderung an den weltbekannten Architekten der Moderne Álvaro Siza Vieira war hoch: Ein schmales Grundstück inmitten eines steilen Waldes bei Alvite, im Norden Portugals sollte zu einer kleinen Ferienanlage bebaut werden.
Diese besteht aus schlichten, übereinandergelegten Betonwürfeln und ist komplett im Wald integriert.
Kaum zu glauben, dass hier – zum Teil unterirdisch – 3 Schlafzimmer, eine grosse Poolanlage, ein Wohnzimmer, ein Esszimmer, eine Küche, Baderäume und mehrere Ausgleichsflächen versteckt sind.

Sehr originell ist ebenfalls der Eingang: Er befindet sich zuoberst, am einzigen Ort, wo ein Zugang mit Verkehrsmitteln erschliessbar war.

Fotos: FG+SG – Fernando Guerra, Sergio Guerra

Gruta das Torres

Die Gruta das Torres ist eine natürliche Höhle, die sich gebildet hatte, nachdem ein unterirdischer Lavastrom abgekühlt war. Sie liegt auf der Insel Pico, auf den Azoren.

Das Volcania-Team konnte es sich nicht nehmen lassen, dieses Wunder der Natur besuchen zu gehen und war überrascht von der modernen Architektur des Empfangs- und Ausstellungsraumes:
Eine gelungene Kombination aus Glas und Lavastein umschliesst den dunklen Höhleneingang.

Architekten: SAMI Arquitectos

Casey Key Guesthouse

Die Vorgabe für den Bau dieses Guesthouses an der Sarasota Bay in Florida war eine Herausforderung, denn einerseits liegt die Parzelle in einem von Hochwasser gefährdeten Gebiet und andererseits mussten die alten Eichen mit dem dichten Wurzelwerk geschützt werden. So entschieden sich die Architekten von TOTeMS Architecture für einen Stahlaufbau und einem leichten Tragwerk aus Zypressen- und Pinienholz.

Das “Eliphante”: Kunstraum in wilder Natur

Ein interessantes Beispiel der Kombination von organischer Architektur und Kunst bildet das von Michael Kahn und Leda Livant erbaute Erdhaus “Eliphante” in Cornville, Arizona.
Themen, die die beiden beschäftigten setzten sie in idiosynkratischer Weise künstlerisch um: Überall finden sich Skulpturen, eigentümliche Formen, Fenster und Durchgänge. Das Eliphante wurde über die Jahre mehr und mehr zu einem Kunstpalast, einer Meditationsstube, einem Badehaus. Über viele Jahre hauste das Paar in diesem nie fertigen Gebäude, ohne Strom, ohne fliessendes Wasser, ohne Toilette (die Notdurft wurde im Garten verrichtet) und ohne wirklichen Zugang, denn um das Haus zu erreichen muss ein Fluss durchquert werden. Die Materialien klaubten sich die beiden aus der Umgebung zusammen.

Michael Khan gab sich zeitlebens der Malerei hin, bis er nach einer schweren Demenzkrankheit verstarb. Die Zukunft des Eliphante ist leider ungewiss.

LoftCube: Ein Würfel zum Verlieben

Der LoftCube, entwickelt vom Designer Werner Aisslinger, bietet unvergessliche Momente der Intimität. Dieser vorfabrizierte, 39 m2 grosse Würfel lässt sich überall hinstellen und besticht durch seinen lichtdurchfluteten Raum und der einfachen, klaren Formensprache, auch bezüglich der Einrichtung. Praktisch alle Bestandteile sind in weisser Farbe gehalten und bestehen aus Glas und Corian.

Leider hat dieses Prachtstück auch seinen Preis: Die einfachste Version schlägt mit 89’000.- Euro zu Buche.


Das Konzept erinnert an die Erfindungen der 60er Jahre, wie die von Matti Suuronen oder Jean Benjamin Maneval oder auch an die Kapsel von Kyu Che.

Grüne Welle in den Alpen

Im Auftrag des Bella Vista Trafoi Hotel in den italienischen Alpen hat der italienische Architekt Matteo Thun, einer der Gründer der legendären Memphis Group, dieses Hügel-Hotel in einem ziemlich radikalen Design entworfen.
Entstehen soll damit ein (Zitat) “Klimahotel”, das den höchsten ökologischen Standards gerecht werden soll: durch Verwendung von ausschliesslich lokalen Materialien, Einbau von nachhaltigem Dämmmaterial, Berücksichtigung von Fauna und Flora, perfekte Lichteinstrahlung und Nutzung der Erdwärme.

Wachsende Brücken

Im Nordosten Indiens, am feuchtesten Ort der Erde, sind die Brücken nicht gebaut, sie wachsen.

Sie bestehen zu 100% aus den Wurzeln des Gummibaums und Scheiben aus Betelbaum-Stämmen, die das Volk der Khasi aus Cherapunji kunstvoll verflechten.
Nach ca. 15 Jahren sind diese Brücken stabil genug, um bis zu 50 Personen zu tragen. Die bekannteste dieser Brücken ist die “Umshiang Double-Decker Root Bridge”:
Weil sie immer weiter wachsen werden die Brücken über die Jahre immer stärker. Die ältesten sind über 500 Jahre alt.

Die Muschelkirche

Im Jahre 1680 gründete Jean-Baptiste de la Salle den Orden “Die Brüder der Christlichen Schulen“, eine religiöse Bruderschaft von Männern, denen die Erziehung von Jungen am Herzen lag. Der Orden wuchs und gedieh, und zu Beginn des 20. Jahrhunderts unterrichteten über 6000 Brüder in Frankreich.

1904 kam eine Gruppe von De La Salle Brüdern nach Guernsey und erwarb Les Vauxbelets (=die schönen, kleinen Täler).

Im Dezember 1913 kam der Bruder Déodat nach Guernsey. Als er das bewaldete, hügelige Gelände sah, das sich zum Tal hin neigte, nahm er sich vor, eine Grotte wie die in Lourdes zu bauen. Im März 1914 baute er eine winzige Kapelle, etwa drei Meter lang und eineinhalb Meter breit. Diese Kapelle wurde recht kritisch betrachtet und Déodat verbrachte die folgende Nacht damit, das Gebäude wieder abzureissen. Das war das Ende der ersten Kapelle.

Aber bald fing er wieder mit der Arbeit an, und im Juli 1914 war die Grotte fertig und offiziell eingeweiht. Kurz darauf baute er eine kleine Kapelle, drei Meter lang und zwei Meter breit. Diese Kapelle stand bis September 1923. Dann riss Bruder Déodat auch diese Kapelle wieder ab, weil der Bischof von Portsmouth sich nicht durch den engen Eingang zwängen konnte. Und so endete die zweite Kapelle.

Bruder Déodat machte sich bald daran, eine dritte Kapelle zu bauen, und diese Kapelle steht noch heute. Die Bauarbeiten waren mühselig. Jeden Tag sammelte er Muscheln, Kieselsteine und Porzellanscherben, um den Schrein zu schmücken.
Dann wurde die kleine Kapelle plötzlich berühmt, als ein bebildeter Artikel über sie im Daily Mirror erschien. Jetzt brachten Inselbewohner bunte Scherben nach Les Vauxbelets, so dass über die Jahre ein schmuckes Wunderwerk entstand.

 

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