Die magische 8 – Der Lignum-Pavillon

Lignum ist die Schweizerische Informationsstelle für alle Themen im Zusammenhang mit Holz. Sie organisiert Veranstaltungen, erstellt Dokumentationen und Publikationen, betreibt Umsetzung von Forschung und führt Expertisen und Beratungen durch.

Frei + Saarinen Architekten haben im Auftrag der Lignum einen neuen Messestand entworfen, der an mehreren Baumessen anzutreffen ist. Es handelt sich um eine eigentliche Holzskulptur in einer freien Form aus mehrlagigen Massivholzplatten. Damit wird am Lignum-Stand unmittelbar erfahrbar, welche Möglichkeiten heute in der architektonischen Gestaltung mit Holz liegen.

Konstruktion der Schichtung
Zwanzig Ebenen aus 50 mm starken Fünfschichtholzplatten werden alternierend mit 13 cm hohen Distanzelementen aus demselben Material aufeinandergestapelt, so dass ein organisch geformtes Gebilde entsteht, welches die Besuchenden in der Figur einer „räumlichen Acht“ durch fliessend ineinander übergehende Atmosphären führt. Die Ausstellungsarchitektur bildet also nicht bloss den Rahmen für Exponate, sie soll vielmehr als begehbare Holzskulptur die Neugier für die Gestaltungsmöglichkeiten mit Holz wecken und exemplarisch das Potential zeitgemässer Planungs- und Fertigungsmethoden im Holzbau aufzeigen.

Raumerlebnis aus der Bewegung
Da die nur auf den ersten Blick punktsymmetrische Form in mehreren Umgebungen integrierbar sein muss, schafft sie durch die expressiven Übereck-Öffnungen Bezüge nach allen Richtungen. Die Raumschleife erschliesst sich aber erst in der Bewegung durch den gewundenen, höhlenartigen Bereich oder über die kleine „Terrasse“ darüber, die von Sitzgelegenheiten für kleine Verschnaufpausen gesäumt ist. Je nach Blickrichtung und -distanz ändert der architektonische Ausdruck der aus 541 Einzelteilen zusammengefügten Konstruktion zwischen transparenten, durch ‹gepixelte› Wangen getragenen Schichten, einer Topographie, die an Reis-Terrassen erinnert.

Effizienz und Präzision dank digitaler Kette in der Fertigung
Bestimmend für die definitive Formgebung waren nebst räumlichen Überlegungen die Minimierung der Materialmenge, die im Laufe des Entwurfsprozess zu einer Kostenreduktion von 75% führte, sowie der Wunsch nach Ausdruck der statischen Möglichkeiten des Materials, welche an den verhältnismässig grossen Übereck-Auskragungen sichtbar werden. Die im heutigen Holzbau bereits übliche „digitale Kette“– also die Verwendung rein digitaler Information vom 3D-Modell bis zur Holzfräse – erlaubte eine effiziente Produktion bei sehr hoher Präzision, ohne die eine solche ‹toleranzlose›Konstruktion nur schwer realisierbar wäre.

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