Archive | Ferrozement RSS for this section

Museum Salaguti

museo salaguti1Das kleine architektonische Juwel befindet sich in der Gemeinde Sasamón, in der Nähe der spanischen Stadt Burgos und wurde vom Maler und Bildhauer Carlos Salazar Gutiérrez („Salaguti“) im Jahr 1977 in Eigenregie erbaut.
museo salaguti2

Da er von der offiziellen Kunstgilde nie wirklich ernst genommen wurde erschuf er sich sein Museum, auf dessen Aussenwand ein rund vier Meter hohes Selbstporträt eingelassen ist, gleich selbst.
museo salaguti3

Als junger Mann wurde ihm der Eintritt in die Kunstschule verwehrt, so entstanden alle sein Werke, wie auch öffentlichen Brunnen und Denkmäler autodidaktisch. Seine Formensprache ist teilweise ausgesprochen grob und trotzdem sehr organisch. Nicht von ungefähr entstand in seiner Zeit die Kunstform des Art brut, die wohl einen gewissen Einfluss auf seine Werke und insbesondere auf seinen Baustil hatte.

Rundum-Wohnen

Ein weiteres schönes Beispiel eines Ferrozement-Hauses bietet das Casa del Boldal in Maitencillo, Chile, des chilenischen Architekturbüros GRIN. Das Haus wurde ideal in die Natur integriert und bietet neben den hellen Räumen eine wunderbare 360°-Sicht.

Blick aus der Düne

Mit diesem Dune House ist William Morgan neben anderen inspirierenden Bauten ein spannendes Frühwerk gelungen. Als würde man aus einem Kopf schauen, wurden linker und rechter Raum praktisch gespiegelt angeordnet, ganz dem menschlichen Gehirn nachempfunden. Das Video dazu findet sich hier.

William Morgan war ein Schüler von Walter Gropius und Josep Lluís Sert i López und ist heute ein angesehener Referent, Mitglied des American Institute of Architects und früherer Präsident des AIA Committee on Design.

André Gaillard, ein vergessenes Genie

Nach seinem Studium an der Ecole d’architecture de l’Université de Genève gründete André Gaillard zusammen mit seinem Bruder Francis ein Büro. Er experimentierte in den 60er Jahren mit modernen Materialien und konzipierte neuartige Bauweisen für neue Wohnformen, oder auch Bauten für Tourismusorte oder betätigte sich im Bereich der modernen Städteplanung, unter anderem für die so genannten Villes Nouvelles.

Zusammen mit Daniel Grataloup arbeitete er am Temple Saint-Jean in la Chaux-de-Fonds. Er war ebenfalls an der Konzeption des Numaga-Baus in la Chaux-de-Fonds oder der Station Aminona in Crans Montana beteiligt.

Eines seiner vergessenen Werke ist diese Villa am Strand der Costa Brava:

Das vergrabene Römische Reich

Das Archeologische Museum von Lyon-Fourvière vom Architekt Bernard Zehrfuss ist die Mutter aller unterirdisch gebauten und der Öffentlichkeit zugänglichen Grossanlagen der neueren Zeit. Es liegt in einem Hügel unterhalb der Altstadt, und nur sporadisch lassen grosse Fensterschächte ein Innenleben erahnen.

Das gallo-römische Museum von Fourvière, das auch ein Theater und ein Odeon umfasst, die beide zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören, bildet den bedeutendsten archäologischen Komplex in ganz Frankreich.

So sind in den Ausstellungsräumen einmalige Sammlungen von Mosaiken, Statuen und diversen Objekten zu sehen, anhand der die Geschichte von Lyon – von der Vor- und Frühgeschichte bis zum Ende des Römischen Reiches – nachvollzogen wird.
Ein spielerische und spannende Besichtigung, bei der man sich vor allem den claudinischen Tisch, eines der Juwelen des Museums, ansehen sollte.

Aufgeblasene Kuppeln

Der italienische Architekt Dante Bini hat neben den sogenannten Binishells auch Minishells, Binix, Binistar und Binishelters entwickelt. Er erfand 1964 die erste Schalenstruktur, die sich mit sehr wenig Aufwand pneumatisch aufbauen liess. Vor allem in Australien kam seine Bauweise für diverse Schulen und Shopping Centers zum Einsatz.

„This patented technology in based on the radical notion of replacing formwork and heavy machinery with air. The system, developed by Dr. Dante Bini in the 60’s uses low air pressure to lift and shape wet concrete and reinforcing steel. More than 1,600 buildings have been built using this system in 23 countries. The system has been recently improved, rendered more environmental and architecturally flexible. Today Binishells use 80% less materials, have 95% of the embodied CO2 and have a carbon footprint 80% smaller than traditional construction.”

Islers Schalen

Die Natur als formende Kraft übte auf den jungen Heinz Isler (1926 – 2009) bereits eine grosse Faszination aus. Sein Professor an der ETH Zürich, Pierre Lardy, förderte eine Entwurfsmethode, die im Kern nicht mathematisch, sondern auf Modellversuche ausgerichtet war. Isler fand in seiner experimentellen Neugierde zwischen 1954 und 1963 eine morphologisch begründete Typologie von Formen, die er als Buckelschalen, Hängeformen oder Fliessformen bezeichnet. Diese erinnern stark an die Schalentragwerke von  Ulrich Müther, Felix Candela oder entfernt auch an die Bauten von Santiago Calatrava.

%d Bloggern gefällt das: