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Die vielen Funktionen des Lehmcheminées

Lehmhaus Kirchleerau1Oberhalb von Kirchleerau im Kanton Aargau steht ein Bauernhaus-Neubau, der nicht nur durch seine Form, sondern auch wegen seines Innenlebens neugierig macht. Ein Lehmcheminée spielt in diesem Kubus die Hauptrolle.

Der Gemüsebetrieb selbst ist in diesem Holzbau untergebracht. Links davon liegt das Elternhaus, ein traditionelles Bauernhaus mit Walmdach.
Und gleich anschliessend ein eingeschossiger langgezogener Holzbau, der sich harmonisch in die Gruppierung der bestehenden Gebäude eingliedert. «Nur so konnten wir den strengen Baubehördenanforderungen für die Landwirtschaftszone gerecht werden», erinnert sich der Architekt Stefan Schmid vom Lenzburger Architekturbüro Roland Hüsser & Stefan Schmid GmbH für Baukunst. Schon vor dem Betreten des aussergewöhnLehmhaus Kirchleerau3lichen Bauernhauses fällt auf: viel Glas, auf ein Minimum reduziertes Mauerwerk und ein sonderbarer «Klotz» aus Stampflehm prägen die Fassade.

Das Geheimnis um eben diesen «Klotz» wird spätestens beim Betreten des grosszügigen Wohnzimmers gelüftet: Hinter der eigenwilligen Erscheinung verbirgt sich ein Cheminée aus Stampflehm. Es beherrscht die Szenerie im Innern wie auch ausserhalb des Hauses. Und das zu Recht: Für die drei Meter hohe und breite Konstruktion wurden ganze vier Tonnen Lehm im Innenraum und witterungsbeständiger, stabilisierter Stampflehm für die Aussenschicht verbaut.
Das Lehmcheminée mit seinen 30 bis 40 Zentimeter dicken Wänden ist eingebettet zwischen zwei filigranen Glaselementen – ein reizvoller Kontrast.Lehmhaus Kirchleerau4

Höchst komplexes Innenleben
Der monolithische Lehmbau ist allerdings bei Weitem nicht nur eine ästhetische Lösung, sondern beherbergt ein höchst komplexes Innenleben mit verschiedenen Funktionen. «Da das Haus über sehr grosse Glasflächen und wenig Mauerwerk verfügt, musste der Lehmmonolith verschiedenste Installationen für Strom, Dämmung und so weiter aufnehmen und gleichzeitig ein aussteifendes Betonelement integrieren», berichtet der Winterthurer Lehmbauer und Baubiologe Ralph Künzler. Eigens für die Glasschiebefront des Cheminées wurde ein Stahlelement konstruiert, das dem Stampfdruck standhält. Aus thermischen Gründen befindet sich im Wandkern eine zehn Zentimeter starke Korkdämmung, die das Abwandern der Wärme nach aussen verhindert. Die zentrale Herausforderung für den Lehmbauer: Stampflehm schwindet während der Trocknung. Darum darf kein Element eingestampft werden, das diese Schwundbewegung behindert.

Lehmhaus Kirchleerau2Das Lehmcheminée dient in den Übergangszeiten als Hauptwärmequelle. Dann reicht die Wärme des Lehmcheminées, um alle viereinhalb Zimmer des 150 Quadratmeter grossen Hauses zu temperieren. Die Feuerwärme fliesst über die einen Quadratmeter grosse Öffnung und über Warmluftkanäle in den Raum. Dieser Lehmofen wirkt dank seiner Masse als milder Wärmespeicher. Er ist ein idealer Puffer bei Temperaturspitzen im Sommer wie auch im Winter.

Reguliert die Feuchtigkeit
Als hygroskopisches Material absorbiert Lehm die Feuchtigkeit aus der Raumluft und gibt sie verzögert wieder ab. Dadurch können auch Feuchtigkeitsspitzen gebrochen werden. Als reines Naturmaterial fasziniert Lehm zudem dank seiner warmen Ausstrahlung und seiner porösen Struktur. Sie bildet gerade in modernen Häusern mit viel Glas und glatten Oberflächen einen angenehmen Kontrast.

Antarktische Halley Station Nr. 6

Halley VI Antarctic research station1Am 5. Februar 2013 wurde die mittlerweile sechste Antarktische Halley Station eröffnet. Die Halley-Station auf dem Brunt-Eisschelf in der Weddell-See nahe der zum Coatsland, Ostantarktika gehörenden Caird-Küste ist eine britische Forschungsstation, die sich der Erforschung der Erdatmosphäre widmet. Hier ausgemachte Messungen führten 1985 zur Entdeckung des Ozonlochs.
Halley VI Antarctic research station2
Halley VI Antarctic research station3

Das neue Bauwerk wurde von Hugh Broughton Architects entwickelt und besteht aus verscheidenen Modulen, die bei Bedarf disloziert werden können.
Halley VI Antarctic research station4Wurde da etwas von Archigramm, den Architekturavantgardisten aus den 60ern abgeschaut?

Enric Ruiz-Geli’s Interpretation von organischer Architektur

Enric Ruiz Geli’s Architektur zeichnet sich einerseits durch sonderbare Formgebungen und andererseits durch die Verwendung von High-Tech-Materialien aus, die praktisch Null-Energiehäuser ermöglichen. Zum Einsatz kommen oft Corian, Keramik und Kunststoffe. Buckminster Fuller und Antoni Gaudí sind neben der Natur die Inspirationsquellen von ihm und seinen Mitarbeitern der Firma Cloud9.

Realisierte Projekte sind unter anderem die Villa Nurbs und die Villa Bio:
Villa Nurbs1

Villa Nurbs2 Villa Bio

Ökochic im Grashügel

Haus oder Grashügel? Genau diese Konfusion wollte Richard Hawkes mit dem Passivhaus im englischen Kent erreichen. Dauernd auf der Suche nach nachhaltigen Baumethoden hat er eine Lösung gefunden, die seine ursprünglich gesetzten ökologischen Ziele deutlich übertrifft:
Die Kombination aus Photovoltaik, Wärmespeicher, Biomasseboiler und Dämmung aus Lehmziegeln, Holzverschalung und Erdmantel machen aus diesem Haus ein Gebilde mit kleinstem ökologischen Fussabdruck.

Joulia – die Dusche mit Wärmerückgewinnung

Im September 2012 erfolgte die Markteinführung und gleichzeitig gewann die Schweizer Firma Joulia mit Sitz in Biel mit ihrer Erfindung gleich den Clean Tech Media Award 2012 .

Die neue Duschwanne Joulia nutzt die Wärme des Abwassers, um das kalte Frischwasser aufzuheizen. Damit wird rund ein Drittel weniger Heisswasser verbraucht.

Wasser aufzuheizen braucht viel Energie. Beim Duschen wird es nur kurz genutzt und fliesst dann in die Kanalisation – ein unnötiger Wärmeverlust, der sich mit der neuen Duschwanne Joulia verhindern lässt: Herzstück der Weltneuheit ist ein Wärmetauscher im Wannenboden. Er gewinnt Wärme aus dem abfliessenden Duschwasser und heizt damit das kalte Frischwasser auf 25 Grad. In einem 4-Personen-Haushalt lassen sich so jährlich rund 1’000 Kilowattstunden Energie oder je nach Heizung bis zu 200 Franken Nebenkosten sparen. Die leicht höhere Investition bei der Anschaffung ist in wenigen Jahren amortisiert.

Damit schliesst Joulia eine Lücke. Denn während bei Gebäudehüllen gute Dämmungen für kleine Verluste sorgen und Lüftungsanlagen Wärme aus der Abluft zurückgewinnen, gab es für das Heisswasser bislang keine geeignete Lösung.

Nicht nur die Kosten sprechen für Joulia, sondern auch das Design. Dank der geringen Bauhöhe kann die Duschwanne bodeneben eingebaut werden und eignet sich sowohl für Neubauten als auch für Renovationen.

Erste Installationen sind bereits in Betrieb: Seit Mitte Juni 2012 sparen die Sportler im Neubau Swisstennis in Biel mit 20 Joulia-Wannen Energie beim Duschen. Zu besichtigen ist die Weltneuheit an der Umweltarena in Spreitenbach, Joulia ist Teil der Sonderausstellung „Zukunftshaus“.

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