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Beim heiligen Starbucks

Starbucks1Kengu Kuma & Associates sind Meister darin, japanische Tradition mit modernem Bauen zu verbinden: Der Standort dieses Starbucks ist irgendwie charakteristisch, liegt er doch ganz in der Nähe des Dazaifu Tenmangu, einem der wichtigsten Schreine Japans, der jährlich über 2 Millionen Besucher zählt.
Starbucks2Das Café ist daneben ebenfalls zu einem Publikumsmagneten geworden, denn die 2’000 kunstvoll verflochteten Hölzer verleihen dem ziemlich kleinen Raum einen aussergewöhnlichen Charakter.
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Kunst im Hang

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Diese runde Villa befindet sich in Susaki, im Süden Japans. Das Haus verfliesst mit dem Garten, er ist mitten drin, darauf und natürlich rundherum. Die Landschaft umhüllt den Rundbau mit Atrium wie ein Mantel.

Entworfen wurde es vom französischen Architekturbüro Ciel Rouge.
susaki3Es beherbergt ein privates Museum, ein Gästehaus und ein Resort und dient zugleich als Künstleresidenz. Ovale Löcher und Fensterfronten erinnern etwas an einen Emmentaler Käse und kreieren Aussichten und Durchsichten. Sie geben dem Bau auch eine optische Leichtigkeit. Wo immer sich die Möglichkeit bot, wurde Gras angepflanzt, was die Architektur noch besser in die Umgebung integriert. Die Farbe des Hauses ist auch an die Steinfarbe der Landschaft angepasst.
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Runde Häuser sind schwieriger zu möblieren, da oft Wände fehlen. Die Architekten aber haben Nischen und Wandelemente eingebaut, so dass trotz futuristischem Bau Wohnlichkeit entstehen kann. Das Haus ist auch eine Galerie. Man kann durch die runden Gänge wandeln und dabei Kunst, Architektur und Aussicht geniessen.
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Backstein aus Erde – Baumaterial der Zukunft

Erde war wohl das meistbenutzte Baumaterial auf Erden, doch durch das Wachstum der Wirtschaft und der Entwicklung von Technologien hat der Stahlbeton Einzug gehalten und überzieht heute unsere Landschaft in einheitlichem, tristen Grau. Regionalität und nachhaltige Ökonomie fanden in den letzten Jahrzehnten leider keine Beachtung mehr.

Yasuhiro Yamashita vom Atelier Tekuto ist überzeugt, dass wir uns dringend zurück zu den Wurzeln begeben sollten und uns in Bezug auf die Verwendung von Baustoffen auf eine „Neue Erdstruktur“ fokussieren sollten.
Sein Projekt startete 1988 und wurde von Universitäten, Spezialisten und Firmen begleitet. Die Idee basierte darauf, Baumaterial aus Böden aus aller Welt herzustellen, das zu 100% der Erde zurückgeführt werden kann, ohne ökologische Schäden zu verursachen. Daraus ist ein Backstein entstanden, der den strengen japanischen Baustandard übertrifft.

Mit diesem Material lassen sich günstig erdbebensichere Häuser bauen. Magnesiumoxid ist der natürliche Stoff, der hierfür beigemischt werden muss. Magnesium lässt sich überall auf der Welt aus dem Meerwasser gewinnen.

MgO H2O Mg(OH)2: Diese chemische Reaktion bindet jedes Erdkorn und garantiert eine enorme Festigkeit.

Modellbau ist dieses eiförmige Gebäude, das etwas an die Berliner Kapelle der Versöhnung erinnert, einem Lehmbau.

Die Vermählung von Kunst, Architektur und Natur

Naoshima ist die japanische Kunstinsel schlechthin und beherbergt diverse Museen, doch das Chichu Art Museum ist sicherlich das architektonische Highlight.

Es wurde 2004 erbaut, entworfen hat es der Stararchitekt Tadao Ando.

Zu sehen sind permanente Ausstellungen von Claude Monet, James Turell und Walter de Maria.
Es ist vollständig in den Hügel gebaut und jede Galerie wird von natürlichem Licht erhellt und wurde individuell gestaltet.

Adaptive Architektur aus Japan

Hiroshi Sambuichi hat sich in der hiesigen Architektenszene mit einigen Projekten einen Namen gemacht, indem er Gebäude radikal der Umgebung, der Wind- und Lichtverhältnisse und der lokal zur Verfügung stehenden Bausubstanzen anpasst. In erster Linie kombiniert er damit gutes Design mit Ökologie. Nicht selten baut Hiroshi Sambuichi unterirdisch und lässt die Dächer begrünen.
Drei seiner Bauten seien hier kurz vorgestellt:
Base Valley ist eine 100m2 grosse Wohnung, die sich perfekt in die zerklüftete Landschaft einfügt und über eine ausgeklügelte, natürliche Raumklimatisierung verfügt.

Der Rokko Shidare – Aussichtsturm wurde ausschliesslich aus Hinoki-Holz aus der Region gebaut und ist dank Sonnen- und Windenergie komplett autark. Das Geflecht, das sich um den Turm rankt, dient im Sommer als Kühlung und im Winter – völlig vereist – als Attraktion.

Über 80 Jahre war die alte Kupfermine in Inujima verlassen und galt als Unort. Hiroshi Sambuichi und der Konzeptkünstler Yukinori Yanagi wurden beauftragt, diesen Ort als erlebbare Dokumentation der Blütezeit der japanischen Wirtschaft aufzuwerten.

Mit kleinstem Aufwand ist daraus ein höchst interessantes Bauwerk entstanden, das wie die meisten Gebäude von Hiroshi Sambuichi, sich genügend mit Strom durch Sonnenenergie selbst versorgt.

Algorithmisches Design

Die Idee, von lebenden Organismen zu lernen wurde in der Architektur vielfach verfolgt und umgesetzt.
Makoto Sei Watanabe geht dabei einen Schritt weiter: „Wir versuchen nicht, (Lebens)formen zu imitieren, sondern deren Mechanismen. Nicht Metaphern suchen wir, sondern Modelle.“

Anders als die Metabolisten-Bewegung, die die architektonische Entwicklung von der eines Organismus kopierte, gründet Makoto Sei Watanabe’s Handeln auf die „Methode“ der Entscheidungsfindung. So entspringt das Design seiner Bauten hochkomplexen algorithmischen Berechnungen, die er in seinem 2009 erschienen Werk „Algorithmic Design“ beschriebt.

Seine bisherigen Bauten:

  • 1990 – Aoyama Technical College, Aoyama, Tokyo
  • 1995 – Mura-No-Terrace, Gifu, Japan
  • 1996 – K-Museum, Tokyo
  • 2000 – Iidabashi Station, Tokyo
  • 2004 – Shin-Minamata Station, Minimata
  • 2004 – Shanghai House, Shanghai, China
  • 2005 – Kashiwanoha-campus Station, Tsukuba
  • 2005 – Kashiwa-Tanaka Station, Tanaka
  • 2005 – Tokyo House, Tokyo
  • 2005 – Ribbon
  • 2008 – DoMain Office Building, T’ai-Tung, Taiwan
  • 2009 – RibbonS Outdoor Theater, Taichung, Taiwan

Baumhaus? Hausbaum?

Die Brücke zwischen Natur und Architektur schlägt das Tokioter Architekturbüro Akihisa Hirata mit dem Entwurf einer Residenz mit organischen Elementen mitten in Toshima-ku, Tokio. Das Resultat ist ein dynamisches Miteinander von Pflanzen und Mensch in einer modulmässigen Anordnung der verschiedenen Räumlichkeiten.

 

Weitere interessante Idee von Akihisa Hirata: die Netzbrücke.

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