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Ort der ewigen Ruhe

chapel rest1Die Kapelle der Ruhe am Steinfeld Friedhof in Graz hat die Form von zwei geschwungenen Schalungselementen, die zwei empfängliche Hände darstellen. Entworfen wurde sie von den Grazer Hofrichter – Ritter Architekten, erstellt wurde sie im Jahr 2011.
chapel rest2Neben der aussergewöhnlichen Form besticht die Funktionalität: Nach der Abschiedsfeier wird der Verstorbene in einem Trauerzug durch einen separaten Eingang aus dem Gebäude auf den Friedhof begleitet.
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Abhängig von der Wahl der Sitzordnung kann die Kapelle der Ruhe bis zu 100 Personen Platz bieten. In besonderen Fällen können größere Beerdigungen auch durch Öffnung der nördlichen Glaswand und dank den großzügigen Abmessungen des offenen Vorplatz stattfinden.

Der Kokon aus Klebeband

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1998 gründeten der Österreicher Christoph Katzler, der Kroate Nikola Radeljkovic und der Deutsche Sven Jonke das Künstlerkollektiv numen/for use mit Sitz in Wien und Zagreb. Sie arbeiten im Bereich Produktdesign, Interior Design und Bühnenbild. Die Liste ihrer Kooperationspartner umfasst italienische Möbelfirmen wie Moroso, Zanotta, MDF Italia oder Cappellini.
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2009 zeigte das Trio auf der Vienna Design Week erstmals seine Installation TAPE, bestehend aus rund 50 Kilometer Klebeband.
numen3Damit gewann numen/for use 2010 in Berlin den DMY Award und war ein Jahr später für den Brit Insurance Design Award in der Kategorie Architektur nominiert. 2012 zeigte numen/for use im zeitgenössischen Kunstzentrum Z33 der belgischen Stadt Hasselt eine Installation aus flexiblen Netzen.

Hügel einfach nutzen: Das Kremser Erdhaus

Kremser Erdhaus1Österreichs wohl ungewöhnlichstes Haus steht in der Nähe von Krems. Seine Besonderheit: Man sieht es von außen kaum. Denn zum größten Teil liegt es unter der Erde. Bekannt ist es mittlerweile als das „Kremser Erdhaus“. Die Planungsmotivation des jungen Wiener Baumeisters Martin Exel, der das Haus selbst bewohnt: Viel Spaß am Wohnen und geringe Betriebskosten.Kremser Erdhaus4 Kopie

Direkt in den Hang hinein

Zum Teil in den Hügel hinein gebaut, zum Teil mit Erde überschüttet, punktet das „Kremser Erdhaus“ vor allem durch die durchdachte Planung und eine Reihe außergewöhnlicher und liebevoll ausgeführter Details. Individualität steht dabei im Vordergrund. Schon beim Betreten des Hauses kann gewählt werden: Geht man durch den 25 Meter langen Felsengang in die riesige Wohnhalle, entscheidet man sich für den kurzen Zweiteingang gleich neben dem Felsen oder fährt man bequem in die überaus großzügig gestaltete Garage. Einparken ist dort kein Problem, drei Autos finden locker hintereinander Platz. Praktisch: der lange Felsengang wird durch Schränke zum wohl weitläufigsten privaten Stauraum Österreichs.

Aber auch sonst lassen 190 Quadratmeter Wohnnutzfläche und nochmals 180 Quadratmeter ausgebauter Kellerraum keine Wünsche offen. Gestaltet hat Exel den Wohnbereich als exklusives, unterirdisches Loft. Tageslicht fällt durch die rund 9 Meter breite und zweieinhalb Meter hohe Glasscheibe in den Raum ein. Diese Glasscheibe ist auch der einzige Hausteil, den man von außen sieht.

Hohe Wohnqualität und niedrige Betriebskosten

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Besonderen Wert hat Exel auch auf ein durchdachtes Energiekonzept gelegt. Aufgrund dieser Planung, der Erdaufschüttung, einer speziellen Dämmung und des Einsatzes einer Erdwärme- Lüftungsanlage belaufen sich die monatlichen Betriebskosten für Wasser und Strom auf nicht mehr als 100 Euro im Monat. Und das bei einem optimalem Raumklima, das durch das Erdhaus noch begünstigt wird: Angenehm kühl im Sommer, wohlig warm im Winter.

Coop Himmel(b)lau

Grosse Projekte wie die Martin Luther Kirche in Hainburg,
das Internationale Konferenzcenter Dalian (im Bau),

oder die BMW-Welt

tragen alle die Handschrift des österreichischen Architekturbüros Coop Himmel(b)lau. Organische Formen treffen hier auf wuchtige Körper, jedes Werk ist eine völlig eigenständige Skulptur.

Kunsthaus Graz

Den Planern des Projekts, den Londoner Architekten Peter Cook und Colin Fournier, gelang es, ihre innovative Formensprache mit dem historischen Ambiente der Murvorstadt wirkungsvoll zu verbinden. Der ästhetische Dialog zwischen dem neuen biomorphen Gebilde am Murufer und dem alten Uhrturm auf dem Grazer Schlossberg ist das Markenzeichen einer Stadt, die sich ein produktives Spannungsverhältnis zwischen Tradition und Avantgarde zum Ziel gesetzt hat. Urbanistisch wie inhaltlich fungiert das Kunsthaus Graz an der Schnittstelle zwischen Vergangenheit und Zukunft. Mit dem Kunsthaus, liebevoll ‚a friendly alien‘ genannt, machte sich die Stadt Graz in ihrer Eigenschaft als Europäische Kulturhauptstadt 2003 ein zukunftsorientiertes und nachhaltig wirksames Geschenk.

Friedensreich Hundertwassers Welt der Farben und Rundungen

Friedensreich Hundertwasser wurde am 15. Dezember 1928 in Wien als Fritz Stowasser geboren. 1949 bis 1951 unternahm er längere Studienreisen nach Paris, Marrakesch, Tunis, Italien und Spanien. In dieser Zeit änderte er seinen Namen in Hundertwasser.

Seit den frühen fünfziger Jahren hat sich Hundertwasser mit der Architektur auseinandergesetzt. Von 1983 bis 1986 entstand das „Hundertwasser-Haus“, das in Wien zu den beliebtesten Touristenattraktionen zählt.

Seit 1990 arbeitete der „Architekturdoktor“ – wie sich Hundertwasser nannte – an verschiedenen Projekten, zu denen auch Industriegebäude (Rosenthal-Fabrik in Selb, 1982) und andere Zweckgebäude (Einkaufszentrum Village, Wien; Raststätte Bad Fischau) gehörten. Rundungen statt Ecken und Kanten, begrünte Dächer, individuell gestaltete Fenster, Zwiebeltürme und bunte, verspielte Fassaden sind Kennzeichen seines Stils. „Der Architekturdoktor tut nichts anderes, als Menschenwürde und Harmonie mit der Natur und mit der menschlichen Kreation herzustellen“, so Hundertwasser im Januar 1990. „Jedes noch so häßliche und kranke Haus kann geheilt werden.“

Zu den großen Architekturprojekten Hundertwassers in den 90er Jahren zählen eine Kindertagesstätte in Frankfurt/Main (1995) und die Sanierung und Umgestaltung des ehemaligen Plattenbaus Martin-Luther-Gymnasium in Wittenberg, die 1999 vollendet wurde. Kurz vor seinem Tod im Februar 2000 schuf der Künstler in der neuseeländischen Stadt Kawakawa ein Toiletten-Häuschen, das zu einem beliebten Touristenziel avancierte. Posthum wurde im November 2000 die nach Plänen von Friedensreich Hundertwasser ausgeführte Umgestaltung des Bahnhofs in Uelzen zum Umwelt- und Kulturbahnhof fertiggestellt.

Friedensreich Hundertwasser erhielt zahlreiche Preise und Auszeichnungen, darunter den Sanbra Preis der V. Biennale São Paulo (1959), den Großen Österreichischen Staatspreis (1980) und den Österreichischen Naturschutzpreis (1981). Sein Verschimmelungsmanifest gehört zur Pflichtlektüre eines jeden angehenden Architekten.

Seit 1986 besaß der österreichische Künstler auch die neuseeländische Staatsbürgerschaft. Am 19. Februar 2000 starb Friedensreich Hundertwasser an Bord des Kreuzfahrtschiffs „Queen Elizabeth II“ im Pazifischen Ozean auf dem Weg von Neuseeland nach Europa an Herzversagen. Er wurde unter einem Tulpenbaum auf seinem Land in Neuseeland begraben – in Harmonie mit der Natur im Garten der glücklichen Toten.

Eine farbenfrohe Welt ist immer ein Synonym für das Paradies.

Diese Aussage des vielseitigen Künstlers Friedensreich Hundertwasser spiegelt sich auch in seiner Architektur. Er macht der tristen Bauweise den Garaus und kämpft für ein menschengerechtes Wohnen im Einklang mit der Natur. Organische Formen und Farben bestimmen das Werk. Die gerade Linie ist dem Menschen, dem Leben, der gesamten Schöpfung wesensfremd.

Seit Beginn seiner künstlerischen Karrieren in den 50er Jahren hat sich Hundertwasser in seinen Gemälden mit der Achitektur beschäftigt. Von Architekten und Kunsthistorikern anfangs belächelt, realisierte er bereits in den frühen 70er Jahren erste Architekturmodelle und Fassadenentwürfe. Der Erfolg gab ihm recht. Begrünung der Dächer, Verzicht auf gerade Linien, die unregelmäßige Anordnung von Fenstern und vergoldeten Zwiebeltürmen wurde zu unverkennbaren Markenzeichen.

Die Grazer Murinsel

Die Grazer Murinsel ist eine schwimmende Plattform, die 2003 in der Mur inmitten von Graz errichtet wurde, um im Rahmen des Kulturhauptstadtjahres neben dem Schlossberg ein zweites und modernes Wahrzeichen der Stadt zu schaffen. Anliegen der Projektbetreiber war, Architektur und Kunst im öffentlichen Raum mit dem Erlebnis Wasser im Zentrum der Stadt zu verbinden.

Nach einer Idee des Grazers Robert Punkenhofer, des Gründers und Direktors von ART&IDEA, schuf der New Yorker Künstler und Designer Vito Acconci ein spektakuläres Objekt: Eine 50 m lange und 20 m breite Muschelform, die ein Amphitheater und einen rundlichen „Dom“ umfasst. Die künstliche Landschaft, aus der Verbindung der Formen „Kuppel“ und „Muschel“ entsteht, ist für rund 350 Besucher konzipiert. Die Insel ist komplett abbaubar und transportierbar.

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