Archive | Spanien RSS for this section

Die Schalenbauwerke von Felix Candela

Der spanische Architekt und Ingenieur Felix Candela (1910-1997) entwarf und baute vor allem in Mexiko-Stadt und Cuernavaca, Morelos sensationelle und wegweisende Bauwerke aus  dünnen Betonschalen.  Berühmt wurden unter anderem seine Bauten wie das Café „Los Manantiales“ (1958) in Xochimilco, Mexico,
die Kapelle  „Mirador de Palmira“ (1959) in Cuernavaca, Mor., der Sportpalast (1968) in Mexiko Stadt oder die Bacardi-Fabrik, Cuautitlán, Mexiko (1959-1960, in Zusammenarbeit mit Ludwig Mies van der Rohe).
Seine Heimatstadt Madrid, die Fundación Juanelo Turriano und die Universidad Politécnica de Madrid würdigten sein Werk anlässlich seines 100. Geburtstages mit der Ausstellung « Félix Candela: La Conquista de la Esbeltez » (Künstler der Konstruktion).

Schalenbauwerke sind räumliche Tragwerke aus dünnen, doppelt gekrümmten Betonflächen, deren Konstruktion auf das statisch Notwendige reduziert ist. Sie tragen sich durch ihre Geometrie (oftmals hyperbolisch-parabolische Formen) quasi selbst: eine rationale und optimierte Bauweise. Diese Schalenbauwerke überzeugen durch klare und verständliche Formen und setzen damit die architektonischen Ideale der Moderne gestalterisch um. Félix Candela ist einer der virtuosesten Vertreter dieser Bauform, weil er es mehr als andere verstand, hauchdünne und gleichzeitig weit gespannte Schalen und Schirme mit einer außergewöhnlich breit gefächerten Formensprache zu entwerfen. Sie haben bis zu 30 Meter Spannweite und sind meist nur 4 Zentimeter dick.

Candela gelang es, den Baustoff in wohl durchdachte und konstruktiv optimierte Formen zu bringen, und entwarf so Ingenieurbauwerke von eindrucksvoller Eleganz und Schönheit. In seinem mexikanischen Exil experimentierte er mit weit gespannten Schalen und untersuchte ihr Tragverhalten. 1950 gründete er in Mexiko seine eigene Firma „Cubiertas Ala“ (Dächer wie Flügel), mit der er in zwei Jahrzehnten mehr als 800 Schalenbauwerke entwarf, darunter auch das Museum l’oceanogràfic in Valencia, gemeinsam mit Santiago Calatrava.

Hyperkatalonien – Hybridisierung von Natur und Kunst

Anlässlich der MACBA-Kunstausstellung im Jahr 2003 in Barcelona wurde von den Guallart Architects eine Studie vorgestellt die aufzeigen sollte, wie die autonome Gemeinschaft Katalonien als Stadt funktionieren könnte und welche Potentiale identifizierbar sind – HyperCatalunya.

Während die Städte in den letzten 40 Jahren gewachsen sind ohne die Limiten mit einzubeziehen, stehen einige Städtebauer bald vor dem Problem, dass schlicht kein Land mehr für eine weitere Expansion zur Verfügung steht, speziell in den Städten wie London oder Paris. Weitere Problemstädte wie auch Barcelona werden folgen.

Würde die Urbanisierung von Barcelona in der gleichen Geschwindigkeit vonstatten gehen wie heute, so gäbe es im Jahr 2375 kein Land mehr zu bebauen. Leider sind die Strukturen der alten Quartiere für weiteres Wachstum ungeeignet, Zentrumsfunktionen können beispielsweise kaum mehr wahrgenommen werden und die Aufrechterhaltung der Verkehrsknotenpunkte wäre ebenso fragwürdig. Wieso sollten ineffiziente Strukturen der alten Städte beibehalten werden? Das Material, aus denen die Städte gebaut sind kann nicht weiterhin aus der Umgebung gewonnen werden, wenn diese – als zukünftiger Wohnraum – nicht verschandelt werden soll. Der Bau einer Stadt muss Teil eines neuen strategischen Projekts sein, des „Landschafts-Engineerings“ quasi, einer Hybridisierung von natürlichen und künstlichen Strukturen, immer das Ziel verfolgend, ein Optimum an Ressourcengewinnung- und -rückgewinnung zu erlangen.

Frei nach dem Motto: Wenn Architektur die Landschaft ist, so sind die Häuser die Berge.

Die vulkanischen Bauten des César Manrique

Der spanische Künstler César Manrique hatte sich nach seinem Auslandaufenthalt vorgenommen, die Insel Lanzarote zum schönsten Platz der Erde zu machen. Die von ihm gegründete Stiftung kämpft auch nach seinem Tod (1992) dafür, dass Lanzarote nicht dem Massentourismus zum Opfer fällt und die natürliche Schönheit der Insel bewahrt und gefördert wird.

Das Haus der Stiftung liegt im Ort Tahiche, in der Nähe seines Geburtsortes Arrecife. Oberhalb der Erde liegt der sichtbare Teil dieses Künstlerhauses, eine harmonische Kombination aus traditioneller Inselbauweise und moderner Architektur. Unterhalb der Erde liegen fünf große Lavablasen, die Manrique zu Wohnräumen ausbaute. Sie sind durch einen Tunnel miteinander verbunden und auch durch den oberen Wohnbereich zu erreichen. Heute beherbergen die jeweils ca. 5 m² großen Blasen das Museum der „Stiftung César Manrique.“ Unter anderem sind hier Skizzen, Projektentwürfe, Skulpturen und Bilder des Künstlers zu sehen, aber auch Picasso und Miró sind mit einigen Arbeiten vertreten.

Erwähnenswert sind einige Höhlenbauten auf Lanzarote, deren Bau César Manrique geführt hatte, wie der Mirador del Rio, der unterirdische Konzertsaal Jameos del Agua und die Gestaltung der Cueva de los Verdes, eines gewaltigen Lavatunnels.

Santiago Calatrava

Der Stararchitekt Santiago Calatrava ist bekannt durch seine unkonventionellen, fantasievollen, fast schon gestaltenähnlichen Bauten in Rippenform. Charakteristisch für ihn ist, dass seine Objekte nicht nur aus der Betrachtung eines Architekten entstehen, sondern auch aus der eines Künstlers und Ingenieurs. Calatrava hatte nach Abschluss seines Architekturstudiums zusätzlich Bautechnik studiert und im Vorfeld angefangen Kunst zu studieren. Zahlreiche Skulpturen zählen daher ebenso zu seinem Schaffen. Die permanent wachsende Berühmtheit erlangte er durch seine Brücken, Verkehrsbauen, Türme und auch Kulturbauten.

Zu seinen wichtigsten Werken gehören:

EL Faro, der Leuchtturm der Nachhaltigkeit

Anlässlich der Expo 2008 in Saragossa wurde von Bürgerinitiativen und NGO’s der El Faro, ein Pavillion als Think Tank für Gespräche über nachhaltige Architektur, geschaffen. Architekten waren Ricardo Higuera und Iñaki Urquía.

Der Raum wurde nach den architektonischen Grundsätzen der Energieeffizienz, Recycling und Nachhaltigkeit geschaffen, die verwendeten Materialien waren Holz, Lehm, Bambus und Stroh. Eher einem Tontopf als einem Leuchtturm ähnelnd, beheimatete der Faro EXPO-Besucher, die sich in die Diskussion einbringen wollten. Dabei wurden ebenfalls Themen wie  Zugang zu Wasser, Nutzung des Abwassers, alternative Energieformen, Durchlüftung, Kühlung, Heizung und Sensibilisierung bei der Verwendung von natürlichen Baustoffen aufgegriffen.

Das Büro im Wald

Ein schönes Beispiel, wie man sich zunutze macht, dass die Natur uns in unserer täglichen Arbeit positiv beeinflussen kann, ist das Bürogebäude des spanischen Architekturbüros Selgas Cano. Die minilastische Büroeinrichtung – streng nach den Farben der Umgebung gehalten – führt dazu, dass sich der futuristische Baukörper sich trotzdem perfekt in die Natur einfügt.

Fotos: Iwan Baan

%d Bloggern gefällt das: