Definition Organische Architektur

Die Interpretation „Organischer Architektur“ oder auch „generativer Architektur“ stellt sich insgesamt komplex dar, da diese spezifische Art des Bauens in ihrer unterschiedlichen und vielgestaltigen Ausprägung, das heißt in ihrer Form, Konstruktion und Materialität in Bezug zur Funktion, vor allem von einer jeweils individuellen Relation zur Natur bestimmt ist.

Deshalb ist bei der Interpretation organischer Architektur zu berücksichtigen:

1. die in den Schriften der jeweiligen Architekten bereits enthaltene Interpretation der Natur zur Legitimation und Definition ihrer „organischen“ Architektur,

2. das realisierte Werk, das von seinem Architekten als daraus resultierende, spezifisch „organische“ Lösung der Bauaufgabe interpretiert wird und

3. die sich daraus ergebende Aufgabe der Interpretation als kritische Revision, indem die individuelle Wahrnehmung der Natur als Vorbild architektonischer Konzeption, die praktische Umsetzung naturanaloger Konstruktions-, Gestaltungs- oder Funktionsweisen und die durch Codes tatsächlich vorgegebene Interpretation in Relation zur Natur zu überprüfen ist.

Die auf Volcania aufgeführten Beispiele umfassen die breitest mögliche Palette von Gebäuden, Projekten und Designs, die zum Teil nur im Entferntesten in Relation mit organischer Architektur zu setzen sind in der Annahme, dass aus der gegenseiteigen Annäherung und dem interdisziplinären Schaffen interessante und nachhaltige Resultate erzielt werden können.

Zu einer dieser Disziplinen gehört die Bionik: Einige Strukturen, Oberflächen oder Funktionsweisen werden in der Architektur natur-analog abstrahiert und gewisse Elemente können funktional sinnvoll eingesetzt werden, speziell in der Statik, bei Lüftungssystemen, Fassadenelementen, Materialkunde, Fertigungstechnik und dadurch in der allgemeinen Optimierung der Ressourcenverwendung.

Aus „An Organic Architecture“, 1939, by Frank Lloyd Wright:

„So here I stand before you preaching organic architecture: declaring organic architecture to be the modern ideal and the teaching so much needed if we are to see the whole of life, and to now serve the whole of life, holding no ‚traditions‘ essential to the great TRADITION. Nor cherishing any preconceived form fixing upon us either past, present or future, but – instead – exalting the simple laws of common sense – or of super-sense if you prefer – determining form by way of the nature of materials…“