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Cybertecture: Mit Köpfchen in die Zukunft

Ein entscheidender Moment in der architektonischen Laufbahn von James Law ereignete sich im Jahr 2000, als er eingeladen wurde, Architektur und  Technik des Dickson Cyber Express Shopping Mall zu entwerfen – der weltweit erste „Bricks and Clicks“ Einzelhandels-Komplex in Hong Kong.

Dies führte zu James Prägung des Begriffs „Cybertecture„, – eine neue Art von Design, die Technologie und Architektur verschmilzt als zukünftige Gestaltungsform. Mit wachsendem Ruf, engagiert James sich stark in Fragen der zukünftigen Technologie und Design. So gründet die Cybertecture Design-Philosophie in seinem breiten Spektrum auf ein Dual-Konzept, das zu einer unendlichen Anzahl von verschiedenen Arten von Projekten und Szenarien angewendet werden kann. Dies bezeugen die diversen Wettbewerbseingaben von Cybertecture:

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Leben im Öltank

Das Oil Silo Home, entworfen von PinkCloud.DK, recykliert bestehende leere Öltanks, um sie in erschwingliche  Familienwohnbauten umzunutzen.
Mit dieser 100% autarken Nutzung wird die Post-Öl-Ära auch symbolisch eingeläutet, so ist dieses Gebäude CO2-neutral und produziert die benötigte Energie selbst. Zudem wird das Wasser ebenfalls in einem integrierten System aufbereitet.

Mutig, mutiger, Müther

Ulrich Müther (* 21. Juli 1934 in Binz, Rügen, † 21. August 2007 ebenda) war ein deutscher Bauingenieur und Bauunternehmer. Er entwarf und baute mehr als 50 Schalen-Bauwerke, in der Fachsprache: doppelt gekrümmte Beton-Schalentragwerke, und wurde dadurch zu einem Exponenten der architektonischen Moderne.

Seine Diplomarbeit handelte über „hyperbolische Paraboloide“, die er kurz „Hyparschalen“ nannte. Diese bestehen aus einem Netz von Stahlträgern, das aus Geraden zweifach gekrümmte Flächen erzeugt.

Sowohl in der DDR als auch nach der Wiedervereinigung war Müther ein Einzelgänger unter den Architekten, er selbst nannte sich selbstironisch und zurückhaltend einen „Landbaumeister aus Rügen“. Sein lebenslanger Lehrmeister war für ihn Félix Candela (1910–1997), der Pionier des Betonschalenbaus.

Auswahl einige seiner Werke:

Planetarium Wolfsburg

Rettungsstation in Binz

Rettungsstation in Binz

Musikpavillon Kurmuschel Sassnitz

Teepott Warnemünde

Auroville

Gegenwärtig erstrecken sich über das Gebiet von Auroville, in der Nähe von Puducherry im Südosten Indiens, mehr als 100 Ansiedlungen in unterschiedlicher Ausprägung, Lebensstandard sowie Schwerpunkt von beruflicher und sonstiger Tätigkeit.

Entworfen von einer Architektengruppe um den französischen Architekten Roger Anger, soll sich die zukünftige Stadt für ca. 50000 Bewohner in Form einer Spiralgalaxie um den Zentralbereich erstrecken.

Im Zentrum erhebt sich das Matrimandir (dt.: Tempel der Mutter), ein Zentralbau sakralen Charakters inmitten einer eigens geschaffenen, öffentlichen Gartenanlage.

Vier Stadtsektoren, jeweils mit einem Nutzungsschwerpunkt – Kultur, Internationalität, Industrie und Wohnbereich – erstrecken sich vom Matrimandir strahlenförmig über eine Fläche von 25 km², wovon erst 10 km² verwirklicht wurden. Das Projekt selbst befindet sich noch im Stadium einer Experimentalstadt. Es stellt wie die Projekte Arcosanti (USA) oder Damanhur (Italien) den kollektiven Versuch der Realisierung einer Stadtutopie dar, mit neuen Wohn- und Lebensbedingungen zu experimentieren. Darüber hinaus werden andere Formen des sozialen Zusammenlebens durch größere Gemeinschaften (communities) entwickelt.

Verschiedene Projekte forcieren die Nutzung alternativer Energiequellen und organischer Baustoffe, wie Lehm und Ton. Zudem wird seit einigen Jahrzehnten wegen der gebietsweise starken Erosion ein für Indien vorbildliches Wiederaufforstungsprogramm durchgeführt.

Der Leonardo da Vinci des 20. Jahrhunderts

Richard Buckminster Fuller (1895–1983) hat mehr Anleitungen zu der sich ändernden Umwelt hinterlassen als jeder andere große Wegbereiter der modernen Architektur. Der Entwurf geodätischer Kuppeln machte ihn berühmt – vor allem sein Ausstellungspavillon für die USA zur Expo 1967 setzte Zeichen. Dabei war Buckminster Fuller nicht nur Architekt, sondern auch Ingenieur, Designer, Zukunftsforscher, Schriftsteller und sogar Schauspieler – ein umfassender Denker, der sich mit den Problemen des Alltags auseinandersetzte und nach Lösungen suchte.

Als einer der ersten hat Fuller das Wirken der Natur als durchgängiges systemisches Wirken unter ökonomischen Prinzipien (Material- und Energie-Effizienz) gesehen. Seine Theorien und Überlegungen bezogen sich unter anderem auf neue Wohnformen, Kraftfahrzeugbau und Kartografie. In seiner Arbeitsweise war Buckminster Fuller Vorreiter für die heutigen CAD-Bauten oder der «Hightech-Architektur». Nicht nur dass er mit der Nutzung von Vorfertigungen, flexiblen Systemen und Synergien konzeptionell in die gleiche Richtung gearbeitet hatte, sondern er nahm auch ganz konkret schon Mitte der 60er beim Bau des Expo-Pavillons in Montreal den Computer zur Hilfe, um seine komplexe Konstruktion zu berechnen.

Fuller verstand sich selbst als «anticipatory design scientist». Während Architekten wie Philip Johnson den Autodidakten herablassend als Erfinder, Guru oder Poeten bezeichneten und ihn nicht als Mitglied ihrer Zunft akzeptierten, stieß sein interdisziplinärer Ansatz bei Künstlern auf starkes Interesse. Während die Dymaxion-Projekte kaum über das Prototypenstadium hinauskamen, wurden die Kuppeln zu Fullers erfolgreichster Erfindung.

Perfekt verkörperten die aus einem filigranen Netz aus Dreiecken zusammengefügten Gebilde seine pragmatische Devise «Doing more with less»: Die gestellte Aufgabe sollte möglichst ressourcenschonend gelöst werden. Es galt, mit minimalem Energie- und Materialaufwand maximale Effizienz zu erzielen.

Bereits in den 1950ern prägte Fuller den Begriff «spaceship earth» – als Metapher für eine globale Sicht auf das ökologische System unseres Planeten. Sein populäres Buch «Bedienungsanleitung für das Raumschiff Erde» (1969) ließ ihn zum Guru der beginnenden Öko-Bewegung werden, er galt als einer der ersten Propagandisten der Nachhaltigkeit. Fuller glaubte fest daran, dass wir die Möglichkeit besitzen, selbst unlösbar scheinende Probleme zu bewältigen, eben durch visionäres, experimentell orientiertes Denken, aus dem technologischer Fortschritt resultiert. Das macht seine pragmatischen Utopien gerade jetzt so wichtig – nicht nur für Künstler.

Und auch die aktuelle Architektur ist heute noch von Fullers eleganten Geometrien, die zukunftsweisenden Konstruktionsprinzipien sowie sein ganzheitliches Denken geprägt: Allem voran sind hier zum Beispiel Norman Fosters aufgrund seines Netzes aus dreieckigen Fenstern an einen gigantischen Tannenzapfen erinnernder Turm in der Londoner City oder Santiago Calatravas Kuppelbau «L’Hemisfèric» für ein Science Center in Valencia.

Die im Marta Herford präsentierte Zusammenstellung seiner wichtigsten Projekte aus ganz unterschiedlichen Arbeitsfeldern basierte auf der Präsentation des Werkes von Richard Buckminster Fuller in zehn Kapiteln, wie sie 2010 von Lord Norman Foster für die Ivorypress-Galerie in Madrid erarbeitet wurde:

1) 4D Thinking – Light Works for the Planet
2) The Dymaxion Experiment – From House to Shelter
3) Streamlined Transport – The Dymaxion Car
4) Dymaxion Deployments – Bathroom, DDU and Wichita House
5) Geometrical Explorations – From the Sphere to the Globe
6) The Notion of Tensegrity – Structures and Sculptures
7) A Geodesic Revolution – Domes for the World
8) Utopian Proposals – Cities in Spaceship Earth
9) Projects with Foster – A Visionary Realism
10) ‚Whole Earth‘ Fuller – An Alternative Hero

Tall Emblem Struktur

Für den 11. Thyssen Krupp Elevator Architekturwettbewerb hat der Architekt Marco Acerbis diesen auffälligen Kugelturm, die Tall Emblem Struktur, entworfen. Dadurch, dass die die Landschaft des Za’abeel Parks in Dubai sehr flach ist, sticht der Turm speziell aus der Skyline heraus und schafft Spannung, Dynamik und Ausgewogenheit zugleich.

Einzimmerwohnung in der Baumkugel

Eine sehr nette Idee: Mit dem nötigsten Platz, mitten im Wald, einem Bett und einer Küche in einer Kugel wohnen.

Tom Chudleigh bietet mit den „Spirit Sphere Tree-Houses“ aus Vancouver Island Rainforest die vorfabrizierte Wohnlösung an und ist mittlerweile selbst in den Wald umgezogen.

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