Tag Archive | Pavillon

Parametrischer Pavillon

parametrischer holzpavillon3Dieser aussergewöhnliche Holzpavillon ist Teil der Ecobuild Exposition 2013, London. Er wurde von den Designern Ramboll Computational Design entworfen und lehnt sich den Formgebungen von Antoni Gaudí und Frei Otto an.
parametrischer holzpavillon2Jedoch wurde das Modell nach parametrischen Formeln berechnet, denn keines der CNC-gefrästen Puzzleteile gleich dem anderen. Die Form alleine erhöht die Nutzlast deutlich. parametrischer holzpavillon1

Die Samen-Kathedrale

An der Weltausstellung in Shanghai 2010 übertrafen sich die verschiedenen Länderpavillons. In bleibender Erinnerung ist der englische.

Die Archi­tek­tur wurde von Hea­ther­wick Stu­dio erstellt und ist außer­ge­wöhn­lich. 60 000 ein­zelne trans­pa­rente Stäbe for­men den Raum und brin­gen Licht in das Gebäude. Jeder Stab ist wie ein Samen in dem unsere bota­ni­schen Res­sour­cen ein­ge­be­tet sind. Der Raum selbst hat keine Instal­la­tio­nen son­dern lädt durch seine Stille zum Medi­tie­ren ein.

 

Die pflanzliche Zelle als Baukörper

Das englische Designstudio Nex machte speziell mit zwei Würfen auf sich aufmerksam: Dem Bau eines Pavillons in Form von pflanzlichen Zellstrukturen inmitten des weltberühmten Royal Botanic Garden Kew, einem Weltkulturerbe

und der Designstudie zur Drava Bridge in Maribor.

Mutig, mutiger, Müther

Ulrich Müther (* 21. Juli 1934 in Binz, Rügen, † 21. August 2007 ebenda) war ein deutscher Bauingenieur und Bauunternehmer. Er entwarf und baute mehr als 50 Schalen-Bauwerke, in der Fachsprache: doppelt gekrümmte Beton-Schalentragwerke, und wurde dadurch zu einem Exponenten der architektonischen Moderne.

Seine Diplomarbeit handelte über „hyperbolische Paraboloide“, die er kurz „Hyparschalen“ nannte. Diese bestehen aus einem Netz von Stahlträgern, das aus Geraden zweifach gekrümmte Flächen erzeugt.

Sowohl in der DDR als auch nach der Wiedervereinigung war Müther ein Einzelgänger unter den Architekten, er selbst nannte sich selbstironisch und zurückhaltend einen „Landbaumeister aus Rügen“. Sein lebenslanger Lehrmeister war für ihn Félix Candela (1910–1997), der Pionier des Betonschalenbaus.

Auswahl einige seiner Werke:

Planetarium Wolfsburg

Rettungsstation in Binz

Rettungsstation in Binz

Musikpavillon Kurmuschel Sassnitz

Teepott Warnemünde

Die magische 8 – Der Lignum-Pavillon

Lignum ist die Schweizerische Informationsstelle für alle Themen im Zusammenhang mit Holz. Sie organisiert Veranstaltungen, erstellt Dokumentationen und Publikationen, betreibt Umsetzung von Forschung und führt Expertisen und Beratungen durch.

Frei + Saarinen Architekten haben im Auftrag der Lignum einen neuen Messestand entworfen, der an mehreren Baumessen anzutreffen ist. Es handelt sich um eine eigentliche Holzskulptur in einer freien Form aus mehrlagigen Massivholzplatten. Damit wird am Lignum-Stand unmittelbar erfahrbar, welche Möglichkeiten heute in der architektonischen Gestaltung mit Holz liegen.

Konstruktion der Schichtung
Zwanzig Ebenen aus 50 mm starken Fünfschichtholzplatten werden alternierend mit 13 cm hohen Distanzelementen aus demselben Material aufeinandergestapelt, so dass ein organisch geformtes Gebilde entsteht, welches die Besuchenden in der Figur einer „räumlichen Acht“ durch fliessend ineinander übergehende Atmosphären führt. Die Ausstellungsarchitektur bildet also nicht bloss den Rahmen für Exponate, sie soll vielmehr als begehbare Holzskulptur die Neugier für die Gestaltungsmöglichkeiten mit Holz wecken und exemplarisch das Potential zeitgemässer Planungs- und Fertigungsmethoden im Holzbau aufzeigen.

Raumerlebnis aus der Bewegung
Da die nur auf den ersten Blick punktsymmetrische Form in mehreren Umgebungen integrierbar sein muss, schafft sie durch die expressiven Übereck-Öffnungen Bezüge nach allen Richtungen. Die Raumschleife erschliesst sich aber erst in der Bewegung durch den gewundenen, höhlenartigen Bereich oder über die kleine „Terrasse“ darüber, die von Sitzgelegenheiten für kleine Verschnaufpausen gesäumt ist. Je nach Blickrichtung und -distanz ändert der architektonische Ausdruck der aus 541 Einzelteilen zusammengefügten Konstruktion zwischen transparenten, durch ‹gepixelte› Wangen getragenen Schichten, einer Topographie, die an Reis-Terrassen erinnert.

Effizienz und Präzision dank digitaler Kette in der Fertigung
Bestimmend für die definitive Formgebung waren nebst räumlichen Überlegungen die Minimierung der Materialmenge, die im Laufe des Entwurfsprozess zu einer Kostenreduktion von 75% führte, sowie der Wunsch nach Ausdruck der statischen Möglichkeiten des Materials, welche an den verhältnismässig grossen Übereck-Auskragungen sichtbar werden. Die im heutigen Holzbau bereits übliche „digitale Kette“– also die Verwendung rein digitaler Information vom 3D-Modell bis zur Holzfräse – erlaubte eine effiziente Produktion bei sehr hoher Präzision, ohne die eine solche ‹toleranzlose›Konstruktion nur schwer realisierbar wäre.

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