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Besucherzentrum Fort Diemerdam

Amsterdam Pavilion 1 Fascinating Dutch Visitor Center at Fort Diemerdam in Amsterdam
Auf der historischen Verteidigungslinie des Fort Diemerdam in Amsterdam, die zum UNESCO Welterbe gehört, haben die Emma Architecten ein aussergewöhnliches Besucherzentrum namens Paviljoen Puur erbaut. Architekt ist Marten de Jong.

Inspiriert ist es von den Formen der Natur in der Umgebung. Um dies zu tun durfte das Haus wenig oder gar keine Referenzpunkte zu den gängigen architektonischen Elementen haben. Alleine eine Tür oder ein Fenster kann normalerweise einem spezifischen Zeit  zugeordnet werden, diese hier nur der Natur.

Die Räume sind auf drei Stockwerke verteilt und können für Events gemietet werden.
Amsterdam Pavilion 4 Fascinating Dutch Visitor Center at Fort Diemerdam in AmsterdamAmsterdam Pavilion 6 Fascinating Dutch Visitor Center at Fort Diemerdam in AmsterdamAmsterdam Pavilion 10 Fascinating Dutch Visitor Center at Fort Diemerdam in AmsterdamAmsterdam Pavilion 14 Fascinating Dutch Visitor Center at Fort Diemerdam in Amsterdam

Der Argonautilus wächst

Nach Stunden der Bastelei ist das Modell des bewohnbaren Schneckenhauses „Argonautilus“ beinahe fertig gestellt.

Argonautilus besteht aus drei Stockwerken:
EG: Keller, Sauna, Hobbyraum, Waschküche, Gästezimmer, Bad, Büro, Whirlpool

1. OG: Entrée, Wohnküche, Reduit, Schlafzimmer, Wohnzimmer, Bibliothek als Galerie, Bad
2. OG: Schlafraum mit kleinem Wohnzimmer, Bad, Estrich
Der Bau ist ein Fachwerkbau mit CNC-gefrästen Balken und Böden (s. Lignum-Pavillon), biologisch abbaubarem Isolationsmaterial, einer Lehmhülle und inneren Lehmwänden. Der lichtdurchflutete Treppenaufgang in der Mitte bietet ebenfalls die Möglichkeit Pflanzen heraufwachsen zu lassen. Durch die konsequente Verwendung von regionalen und abbaubaren Baustoffen wird eine grösstmögliche Nachhaltigkeit angestrebt.


Guy Rottier, der Tausendsassa

Guy Rottier gilt als Querkopf der französischen Architektenszene. Für ihn galt es in der Architektur wenn immer möglich die Grenzen des Vorstellbaren und Machbaren zu sprengen. So arbeitete er mehrmals mit Le Corbusier (Zitat: „Von ihm habe ich alles gelernt“) zusammen und entwickelte diverse Modelle und Pläne, die heute als Kunstwerke gelten. Dazu gehören Skizzen für Behausungen in Röhren, Köpfen, „Busbäumen“, Schnecken, usw.
Rottier war in den 60er Jahren Teil der Gruppe der Auto-Constructeurs, zu denen Pascal Haüsermann, Antti Lovag, Jean-Louis Chanéac, Jean Benjamin Maneval, Joël Unal, Daniel Grataloup und andere gezählt werden.

MANIFEST von Guy Rottier

Die Architektur wurde erfunden wie ein Auto oder ein Flugzeug erfunden wurde. Sie kennt keine Grenzen und kann wie jede andere Kreation hinausgetragen werden. Kein Ort determiniert eine fixe Architektur. Architektur ist grundsätzlich Privatsache und nicht von öffentlichem Interesse, höchstens es handelt sich um öffentliche Gebäude oder Monumente.

Architektur ist die Synthese aller Künste, weshalb sie frei bleiben und sich nur technischen, Sicherheits-, Hygiene- und Raumplanungsaspekten unterordnen sollte.

Die Menschen urteilen verschieden. In der Nostalgie eingefroren und verrückt nach Traditionen verfolgen sie unnötige Reglementierungen, die eine Evolution verunmöglichen. Das Haus wäre die Zelle jeder Gesellschaft, das einzige Feld, wo wir uns wirklich entwickeln sollten. Doch speziell in Frankreich ist dies praktisch unmöglich aufgrund der Oberflächlichkeit der Bewohner und Architekten.

Zu seinen wichtigsten Projekten gehört die Schule von Nizza, La maison d’Arman, diverse Erdhäuser, die Entwicklung von ökologischen Fasern, eine solarbetriebene Kaffeerösterei, uvm.
18 Jahre lang hatte er eine Professor in Marokko und Syrien, bis er sich in ein kleines Dorf in Südfrankreich zurückzog.

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Eine Muschel zum Kuscheln

Dieses unvergleichliche, muschelförmige Haus besteht aus Beton, Muscheln und Korallen. Keine Ecken sind zu finden, weder aussen, noch innen. Der Bewohner ist zugleich der Erbauer, der mexikanische Surrealist und Künstler Octavio Ocampo.

 

Der Thesaurus von Albertus Seba

Albert Seba (auch Albertus Seba; 1665 – 1736) war ein deutsch-holländischer Apotheker und berühmter Naturaliensammler. Als Herausgeber des „Thesaurus“, einer umfangreichen Buchausgabe mit Darstellungen und Beschreibungen aller Objekte seiner Sammlung, gehörte er zu den Vorläufern der großen Enzyklopädisten des 18. Jahrhunderts Denis Diderot und Jean Baptiste le Rond d’Alembert, also fast zwei Jahrhunderte vor Ernst Haeckel.

Schon früh begann Seba, eine Sammlung von „Naturalien“ anzulegen, darunter verstand man organische Objekte aller Art, vor allem präparierte Tiere und Pflanzen, aber auch Mineralien. Amsterdam war eine Metropole des Überseehandels und daher besonders dafür geeignet, eine solche Kollektion zusammenzutragen. Auf diese Weise entstand in relativ kurzer Zeit eine Sammlung, deren Ruf weit über die Grenzen Amsterdams hinausreichte.

Um 1730 beschloss Albertus Seba, diese in Buchform darzustellen und zu veröffentlichen. In der Folge arbeiteten mindestens 13 Zeichner und Kupferstecher jahrelang an der Ausführung der 446 großformatigen Tafeln.

Insgesamt war der „Thesaurus“ eine ganz außerordentliche Leistung. Als frühes Standardwerk der Biologie gehörte er zum Bestand aller Universitätsbibliotheken. Derart umfassend war der Artenreichtum der Erde bisher nicht gezeigt worden, viele Wissenschaftler benutzten deshalb das Werk für ihre Arbeit. Der schwedische Botaniker Carl von Linné (Carolus Linnaeus) hatte während seines Aufenthalts in Holland Kontakt mit Seba. In seiner grundlegenden Arbeit „Systema Naturae“ verwies er insgesamt 284mal auf Sebas „Thesaurus“.

Skulpturen der Selbstreflexion

Als einer der renomiertesten und weltweit bekanntesten Skulpteure darf Anish Kapoor nicht in unserer Sammlung fehlen. Er ist noch viel mehr: Bildhauer, Architekt und Aktionskünstler in einem. Geboren 1954 in Indien, lebt und arbeitet der Künstler seit den 70er Jahren in London.

Der Künstler hat etwas von einem Magier: Mit Riesenspiegeln fängt er die Wolken ein, er schafft Skulpturen aus Farbpigmenten, und seine schwindelerregenden Rauminstallationen und monochromen Wandgemälde faszinieren. Kapoor spielt mit den Räumen, die ihm geboten werden, verleiht ihnen eine schwer zu beschreibende Form von Leere – ein Nichts. Und das, obwohl seine Objekte oft größer sind, als ein Einfamilienhaus.

Jüngst nutzte Anish Kapoor den umfassenden Raum des Grand Palais in Paris für eines seiner Objekte.
Dabei lädt das Grand Palais jedes Jahr erneut einen internationalen Künstler ein, die insgesamt 13,500 m² des 35 Meter hohen Glasbaus mit ihrer Kunst auszuschmücken. Kapoor nutzte den gesamten Raum für eine einzige 37 Meter hohe Monumentalskuptur, einen vierarmigen begehbaren Ballon, der den “Leviathan” zeigte. Dieser war im Alten Testament ein Seedrache, in der Mythologie ein aus den Tiefen des Meeres stammendes Monster, welches die Pforte zur Hölle bewachte, neben weiteren biblischen Gleichnissen und anderen Mythen, um die Existenz des Leviathan.

 

Einen am Helm haben, ohne sich dafür schämen zu müssen

Das Helmet House in Goffstown, New Hampshire ist der zweite von Jersey Devil realisierte Bau aus dem Jahr 1975. Leider existieren nur wenige Informationen darüber. Zwar ist das Haus dem Meister Bruce Goff gewidmet, doch mit Ausnahme der skulpturalen Erscheinung erkennt man wenige Ähnlichkeiten mit seinen Bauten. Mit dem Helmet House haben sie 1976 den National Enquirer Weird Home Award gewonnen.

Ein weiterer unvergleichlicher Bau ist das Snail House in Forked River, New Jersey:

For twenty-five years the members of Jersey Devil have been constructing their own designs while living on site in tents or Airstream trailers, and making adjustments to their structures in response to problems encountered during the building process.
Jersey Devil is a name that has been attached to work by Steve Badanes, John Ringel, Jim Adamson, or any combination of the above, plus other people who have participated in their diverse projects. This loose-knit group of designer-builders has created projects that critique conventional practice, both the process of making architecture and the accepted definitions of architecture itself.

Jersey Devil’s architecture shows a concern for craft and detail, an attention to the expressiveness of the construction materials, and a strong environmental consciousness.

Zitat aus Devils Workshop: 25 Years of Jersey Devil Architecture:
Susan Piedmont-Palladino + Mark Allen Branch

Alle Mitglieder lehren heute an der Yestermorrow Design Build School in Warren, Vermont

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